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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Constitution der Hydrazine.

Phenylhydrazin-p-Sulfonsäure 1 C 6 H 4 (S0 3 H;NH-NH ä ist als das zuerst aufge-fundene Hydrazin von historischem Interesse (vgl. 8.304). Sie krystallisirt in glänzendenNadeln mit '/, Mol. H a O, wird bei 110° wasserfrei, zersetzt kohlensaure Salze undlöst sich leicht in kochendem Wasser, wenig in Alkohol und kaltem Wasser. Siewird technisch durch Reduction von Diazobenzolsulfosäure (aus Sulfanilsäure) mitNatriumsulfit gewonnen und dient zur Darstellung der Tartrazinfarbstoffe (vgl. dort).

Die Constitution der Hydrazine 2 .

Aus den Bildungsweisen und dem Verhalten der primären aro-matischen Hydrazine ist zunächst unzweifelhaft ersichtlich, dass sie anStelle eines Benzolwasserstoffatoms die einwerthige Gruppe — N 2 H 3enthalten. Für diese Gruppe lassen sich vier Structurmöglichkeiten auf-stellen .

in vI. -N^NH,

IT.

[II III

V

V

V

m

NH-NH,.

III.

—NH

NH 2 .

IV.

—NH,

~NH

Die Structurmöglichkcit I ist durch die Existenz der unsymmetrischconstituirten, secundären Hydrazine ausgeschlossen, deren Bildung aussecundären Anilinen:

C„H

C 6 H 5

>

NH

C,iH-,\

>N-NO

an/

>N,H S

C 6 H/

zeigt, dass sie zwei Kohlenwasserstoffreste an ein und dasselbe Stick-stoffatom gekettet enthalten. Ihre Formulirung ist daher mittelst desSchema's I nicht möglich; da aber ihr Verhalten demjenigen der pri-mären Hydrazine analog ist, so darf eine verschiedene Art der Stick-stoffbindung bei primären und secundären Hydrazinen nicht angenommenwerden.

Die secundären, unsymmetrischen Hydrazine, welche neben einemaromatischen Rest einen aliphatischen enthalten, wie das Aethylphenyl-hydrazin:

CoH/

addiren nun ein Molecül Halogenalkyl unter Bildung von Verbindungen,die durchaus den Charakter der quaternären Ammoniumverbindungenzeigen; das so entstehende Diäthylphenazoniumbromid (C 2 H B ) 2 (C e H 6 )N 2 H 2 Brliefert bei der Reduction Diäthylanilin (vgl. S. 311). Daraus ergiebtsich, dass die Addition des Halogenalkyls an demjenigen Stickstoffatomerfolgt, welches schon vorher mit den beiden Kohlenwasserstoffrestenverknüpft war, dass dieses Stickstoffatom mithin dreiwerthig fungiren

1 Römer, Ztschr. Chem. 1871, 482. — E. Fischer, Ann. 190, 76 (1877). — Lim-pricht, Ber. 18, 2193 (1885). — Limpricht u. Brr.L, Ber. 18, 2196 (1885). — Gallineku. V. v. Richter, Ber. 18, 3172 (1885). — Pfüli, Ann. 239. 215 (1887). — Claisenu. Roosen, Ann. 278, 296 (1894).

* E. Fischer, Ann. 190, 86 (1877). Ber. 17, 2841 (1884).