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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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stickstoffhaltige Gruppen, aromatische Kohlenwasserstoffreste, 295

Dieser Austausch 1 ist indessen ausführbar, wenn man eine neutraleLösung eines Diazonitrats oder Diazosulfats mit der äquivalenten MengeNatriumnitrit versetzt und diese Lösung, in welcher man nunmehr eindurch doppelte Umsetzung gebildetes Diazonitrit:

C U H 6 -X X'0-NO, +XaO-XO = C 0 H,-X:X-OXO + NaO-XO,

annehmen darf, zu aufgeschlemmtem, fein zertheiltem Kupferoxydul giebt:

C„H 5 N:NO-NO = C 0 H,XO, + X,.

Ebensowenig praktisches Interesse hat natürlich der Austausch gegen dieAinidgruppe". Er erfolgt (neben der Bildung von Diazoitniden), wenn man Diazo-

Wisungen zu überschüssiger alkalischer Hydroxylaminlösung giebt, unter Entwickelungvon Stickoxydul, vielleicht nach folgenden Gleichungen:

C 6 H ä -X--X-Cl + H,NOH = HCl + C 0 H 5 -X--X-O-NH 2C 6 H 5 .N=lNONH 2 = X,0 + C e H 5 -XH 2 .

Auch die bei der Umsetzung von Diazosalzen mit StickstoffwasserstofFsäuresehr leicht und glatt eintretende Bildung von Diazoimiden 3 :

C 6 H ä N:N-SO«H + X 3 H = C 6 H 5 -X 3 + X + H,S0 4 ,

welche einen Austausch der Diazogruppe gegen den Kest—X 3 der Stick-stoff Wasserstoff säure darstellt, dürfte an praktischer Bequemlichkeit hinteranderen Methoden zur Umwandlung von Diazoverbindungen in Diazoimide (vgl.dort) zurückstehen.

Dagegen kann der Austausch, gegen den Isocyansäurerest 4 —X:CO,welcher durch Umsetzung von Diazolösungen mit Kaliumcyanat in Gegenwart vonKupferpulver (vgl. S. 292) bewirkt wird, auch für die präparative Darstellungkleinerer Mengen von aromatischen Isocyauaten (vgl. S. 195) mit Vortheil benutztwerden.

8. Der Austausch der Diazogruppe gegen a romatis che Kohlen -wasserstoffrüste erfolgt in manchen Fällen ziemlich glatt, wenn mandie trockenen Diazochloride mit einem Ueberschuss der aromatischenKohlenwasserstoffe (bezw. anderen aromatischen Stammverbindungen,wie Thiophen, Pyridin und Chinolin) — eventuell unter Zusatz von etwsAluminiumchlorid — erwärmt, z. B.:

C a H 3 -X. r Cl + C 6 H 6 = C 6 H 3 -C 6 H S -I- N, + HClC 9 H 5 -X,-C1 + C 6 H,CH 3 = C Ü H 5 .C 6 H 4 -CH 3 + X, + HCl.

Bei dieser von Möhl.vu u. Bkrger 5 ausgearbeiteten Reaction erfolgtdaneben (in manchen Fällen auch der Hauptmenge nach) die Bildungvon Chlorverbindungen durch intramolecularen Zerfall der Diazochloride(C 6 H 6 -N:N ; C1 = C 6 H 5 -C1 + N 3 ).

Die Bildung von Diphenyl durch Reaction zwischen zwei Mo-le cülen Diazobenzol 6 ist in manchen Fällen als Xebenreaction beobachtet, so

1 Sandmeyer, Ber. 20, 1494 (1887). 2 Mai, Ber. 25, 372 (1892).

3 Noelting u. Michel, Ber. 26, 86 (1893).

4 Gattermann u. Cantzler, Ber. 23, 1223 (1890); 25, 1086 II 8921.

5 Ber. 26, 1994 (1893).

6 Griess, Ann. 137, 79 (1866). — Cui.maxn u. Gasiorowpki, J. pr. \'i] 40, 97(1889). — Gattehmaxn u. Ehriiardt, Ber. 23, 1226 (1890). — Oddo, Ber. 24c. 369(1891). — Bamueroer u. Storch, Ber. 26, 476 i;:893). — Beeson, Ber. 27 Bef., 512 (1894).