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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
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Hydrazobenzol.

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und glatt durch Einwirkung von Mineralsäuren (vgl. bei Benzidin dieDarstellungsvorschrift). Dieses Verfahren ist indess nicht immer an-wendbar; so erleiden zweifach parasubstituirte Hydrazoverbindungenbeim Kochen mit Mineralsäuren sehr glatt die oben für die Einwirkunghöherer Temperaturen schon besprochene Zersetzung in Azoverbindungenund Spaltungsbasen 1 durch gleichzeitige Oxydation und Reduction (vgl.S. 272). In solchen Fällen lässt sich die Umlagerung aber meist durchEinwirkung von Zinnchlorür und Salzsäure auf die alkoholische Lösungin der Kälte bewirken 2 , wobei ein Theil der Hydrazoverbindung durchReduction gespalten, ein anderer Theil umgelagert wird. Meist ist eszweckmässig, zur Gewinnung der ümlagerungsbasen direct von den Azo-verbindungen auszugehen, die man mit Zinnchlorür und Salzsäure redu-cirt 3 : inmitten des sauren Reactionsgeniisches lagert sich die Hydrazo-verbindung im Moment des Entstehens um; auch bei solcher Arbeitsweiseerhält man ausser ümlagerungsbasen stets Spaltungsbasen, zuweilenauch ausschliesslich letztere (vgl. S. 255); eine Einschränkung der Spal-tung zu Gunsten der Umlagerung lässt sich zuweilen bewirken, wennman den Azokörper in alkoholischer Lösung zunächst mit Zinnchlorürohne Zusatz von Salzsäure bis zur Entfärbung reducirt und darauferst Salzsäure zur Umlagerung des entstandenen Hydrazokörpers zusetzt 4 .

Das Hydrazobenzol erleidet Umlagerung zu Benzidinderivaten auch beim Er-wärmen mit Ameisensäure, Benzoylchlorid, Phtalsäureanhydrid, Benzaldehyd undChlorzink etc. 6

Hydrazobenzol 0 ist zuerst von A. W. Hofmann erhalten, bildetfarblose Blättchen, schmilzt bei 126°, ist in Wasser kaum, in Alkoholund Aetlier leicht löslich. Schmelzpunkte der Homologen desHydrazobenzols vgl. in der letzten Columne der Tabelle Nr. 54 aufS. 257.

Darstellung von Hydrazobenzol aus Azobenzol: 10 g Azobenzolwerden in 100 g Alkohol gelöst und mit einer Lösung von 4 g Aetznatron in 6 gWasser versetzt; in dieses unter Rückfluss siedende Gemisch trägt man allmählichZinkstaub (etwa 15 g) bis zur Entfärbung ein, filtrirt dann die heisse farblose Lösung,versetzt sie noch heiss mit heissem Wasser bis zur beginnenden Trübung und lässtdas Hydrazobenzol auskrystallisiren, das man zweckmässig darauf aus Ligro'in um-krystallisirt.

1 Vgl.: Melms, Ber. 3, 554 (1870). Calm u. Heumann, Ber. 13, 1180 (1880). G. Schultz, Ann. 207, 315 (1881).

a Vgl. Täuber, Ber. 25, 1022 (1892).

3 Vgl.: Schmidt u. Schultz, Ann. 207, 330 (1881). G. Schultz, Ber. 17, 464,465, 467, 472 (1884). P. Jacobson u. W. Fischer, Ber. 25, 994 (1892). 0. N.Witt u. Schmidt, ebenda, 1013.

* Vgl. 0. N. Witt u. v. Helmolt, Ber. 27, 2352 (1894). 0. N. Witt u.Buntrock, ebenda, 2360.

6 Stern, Ber. 17, 379 (1884). Bandrowski, Ber. 17, 1181 (1884). Cleve,Bull. 45, 188 (1886).

9 A. W. Hofmann, Jb. 1863, 424. Alexejew, Ztschr. Chem. 1867, 34;1868, 497.

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