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Axoxyverbindungen.
wenn die Hydrazoverbindungen als Zwischenprodukte bei der energischen Reductionder Nitrokörper in stark saurer Lösung entständen, so sollte man demnach solcheUmlagerungsbasen zum mindesten als Nebenprodukte nach beendigter Reductionauffinden; derartige Beobachtungen liegen indess nicht vor, im Gregentheil verlauftdie Reduction der Nitrogruppe zur Amidogruppe in den meisten Fällen so gut wiequantitativ. Auch sollte die intermediäre Bildung der intensiv gefärbten Azokörperwährend der Reduction sich durch Farbenerscheinungen bemerkbar machen.
I. Azoxyverbindungcn.
Das Verfahren, welches man gewöhnlich für die Ueberführung vonNitrokörpern in die entsprechenden Azoxykörper:
2R-NO, - 30 = R-N N-R
0
benutzt, besteht in der Anwendung einer Lösung von Aetzalkali inmöglichst wasserfreiem Methyl- oder Aethylalkohol, die man bei derSiedetemperatur des betreffenden Alkohols längere Zeit auf den Nitro-körper wirken lässt (vgl. S. 252 die Vorschrift für Darstellung von Azoxy-henzol); das eigentliche sauerstoffentziehende Agens ist dabei der Alkohol,welcher durch die Reaction in Oxydationsprodukte verwandelt wird; eshat sich herausgestellt, dass Aethylalkohol stärker reducirend wirkt alsMethylalkohol, alkoholische Lösungen von Kali stärker als solche vonNatron 1 . Das Verfahren ist nicht anwendbar bei Nitroverbindungen,welche in der Parastellung zur Nitrogruppe eine Methylgruppe enthalten,da in solchen Fällen Condensationen unter Betheiligung der Methvl-gruppen eintreten (vgl. S. 150).
In manchen Fällen erweist sich die Anwendung anderer Reductions-mittel — Natriumamalgam in alkoholischer Lösung 2 . Zinkpulver inammoniakalisch-alkoholischer Lösung 3 — als vortheilhafter.
Umgekehrt werden zuweilen Azoxykörper durch Oxydation vonAmido- bezw. Azoverbindungen erhalten 4 ; auch sei an die Bildung vonAzoxybenzol aus Phenylhydroxylamin durch Luftoxydation (S. 245) er-innert.
Mit Hülfe der oben erwähnten Reductionsverfahren lassen sichAzoxykohlenwasserstoffe — z. B. Azoxybenzol aus Nitrobenzol —oder symmetrisch constituirte Substitutionsprodukte derselben —z. B. Dichlorazoxybenzoi C1-C 6 H 4 -N 2 0-C 6 H V -C1 aus Chlornitrobenzol —darstellen. Azoxyverbindungen von unsymmetrischer Constitution sindlediglich durch Substitutionsprocesse aus symmetrischen Azoxykörpern
1 Wii.i.gerodt, Ber. 15, 1004 (1882). — Lobry de Brcyn, Ber. 26, 269 (1893).
2 Vgl. z. B.: Limpricht, Ber. 18, 1405 (1885).
3 Vgl. z. B.: Mixter, Ber. 16, 1497 (1893).
4 Vgl. z. B.: Glaser, Ztschr. Chem. 1866, 309. — Petkiew, Ber. 6. 557 (1873).Limpricht, Ber. 18. 1420 H885).