Schiff"sehe Basen.
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Die aliphatischen Aldehyde reagiren mit Anilin sehr leicht unter Wärme-entwickelung und Austritt von Wasser; die im Sinne der Gleichung:
CHj-CHO + NH,-C 6 H 5 = H.O + CH 3 .CH : N-C 0 H 5
primär entstehenden Produkte konnten indess bisher nicht in reiner Form charakte-risirt werden; wohl aber lässt sich ihre Bildung nachweisen, wenn man dasReactionsprodukt mit Blausäure behandelt; es entstehen dann durch Addition diekrystallisirbaren Nitrile von Anilidosturen:
CH a -CH:N-C 6 H 5 + HCX = CH 8 -CH-(CN)-NH-C 6 H 5 .
Wenn man diese primären, als Oele auftretenden Reactionsprodukte stehenlässt, so gehen sie durch Polymerisation in feste, krystallisirbare Basen über. DieserPolymerisationsprocess verläuft aber bei den einzelnen Condensationsprodukten inzwei durchaus verschiedenen Richtungen.
In mancheu Fällen bilden sich Verbindungen, welche sich als tertiäre Basenerweisen, indem sie bei der Behandlung mit Acetylchlorid oder Benzoylchlorid nichtin Acetyl- oder Benzoylderivate übergehen, sondern unter Bildung von Acetanilidbezw. Benzanilid gespalten werden. Durch Reduction können diese Basen unterAufnahme von zwei Wasserstoffatomen in Alkylaniline übergeführt werden (vgl.8. 173). In diese Gruppe gehört das aus Formaldehyd und Anilin leicht erhältliche,schön krystallisirende Auhydroformaldehydaiiilin (Schmelpunkt 140°), welches nacheiner kryoskopischen Moleculargewichtsbestimmung die Zusammensetzung (C 0 H 5 • N :CH.,) 3 besitzt und daher durch die Constitutionsformel:
CH.-N.CeH,
/
CÄ-N
CH,
CH,
ausgedrückt werden kann, ferner das Auhydrovaleraldeliydauiliii (Schmelzpunkt97°J, dessen Moleculargrösse der Formel (C 6 H 5 -N : CHC,H 9 ), entspricht.
In anderen Fällen dagegen erhält man dimoleculare Produkte, deren Verhaltenzeigt, dass sie eine Imidgruppe im Molecül enthalten; durch Behandlung mitAcetylchlorid oder Benzoylchlorid liefern sie nämlich Acetyl- bezw. Benzoylderivate.Sie sind wahrscheinlich als Produkte einer aldolähnlichen Condensation (vgl. Bd. I,S. 871) aufzufassen:
CoH.-N^H-CH, + C,H 5 -N:CH-CH 3 = C 6 H S -N:CH-CH 2 CH-CH 3
NH.C 6 H 5
und gehen beim Erwärmen mit Säuren in Chinolinbasen über (vgl. „Chinaldin-synthesen"). Hierher gehört das dimoleenlare Aethylidenanilin (wahrscheinlicheStrueturformel s. in obiger Gleichung) und das dimoleculare PropylideiianiliuC 6 H 3 N:CHCHCH 3 ,vermuthlich |
C 0 H--NHCH-CH,CH 3 -'
(1879). — Leeds, Ber. 16, 287 (1883). — G. Schultz, Ber. 16, 2600,(1883). — Tol-i.ens, Ber. 17, 657 (1884); 25, 2904 (1892). — Wellington u. Tollens, Ber. 18, 3298(1885). — Pkatesi, Ber. 18c, 71 (1885). — Kolotow. Ber. 18c, 611 (1885). —v. Miller u. Plöchl, Ber. 25, 2020 (1892); 27, 1281. 1296 (1894). — v. Miller,Ber. 25, 2072 (1892). — Pulvermacher, Ber. 25. 2762 (1892). — Euerhardt u.Welter, Ber. 27, 1804 (1894).
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