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Umwandlungen der Nitrokörper.
und sieden auch für sich grösstenteils unzersetzt. Verbindungen mitmehreren Nitrogruppen sind in der Regel unter gewöhnlichem Druck nichtunzersetzt destillhbar, sondern zersetzen sich in höherer Temperatur untermehr oder weniger heftiger Verpuffung. Die Nitroderivate der Kohlen-wasserstoffe sind meist farblos oder schwach gelb gefärbt.
Verbindungen mit mehreren Nitrogruppen haben häufig die Eigenschaft, mitTheerkohlenWasserstoffen, wie Benzol, Naphtalin, Anthracen etc., zu gut krystallisir-baren Additionsprodukten zusammenzutreten 1 , welche wieder leicht in ihre Compo-nenten zerfallen; so bildet Paradinitrobenzol mit Naphtalin die Verbindung C 6 H 4 (N0 2 ) 2 .C 10 H 8 , 1.3.5-Trinitrobenzol mit Benzol das Additionsprodukt C<)H 3 (N0 2 ) 3 .C 6 H 6 etc.;symmetrische Trinitroderivate bilden auch mit aromatischen Basen krystallisirteDoppelverbindungen 2 , wie C 6 H 3 (NO.,) 3 .C 6 H 6 (NH 2 ). Vgl. auch unter Pikrinsäure.
Trinitrobenzol giebt mit Alkalien eine intensiv rothe Färbung 3 , welcheunzweifelhaft auf Salzbildung beruht.
Unter den Umwandlungen der Nitrokörper sind von besondererWichtigkeit die mannigfachen Veränderungen, welche sie unter der Ein-wirkung von Reductionsmitteln erleiden können.
Schon durch Kochen mit alkoholischen Alkalien tritt Reduction ein;unter theilweiser Entziehung des Sauerstoffs treten zwei Molecüle zusammen,und es entstehen aus den Mononitroderivaten der Kohlenwasserstoffe dieeinfachen Azoxyverbindungen, wie Azoxybenzol C 6 H 6 —N—N—C 6 H 5 aus
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Nitrobenzol C 0 H 6 -NO 2 . '
Bei der Behandlung von p-Nitrotoluol 4 — und anderen Nitroverbindungen,deren Nitrogruppe zu einer Methylgruppe sich in ParaStellung befindet 5 , — mit alko-holischem Alkali wird der für Keductionsprocesse verwendete Wasserstoff theilweiseden Methylgruppen entnommen; man erhält Nitro- bezw. Nitroso- oder Azoxyderivatedes DibenzylsC 6 H 6 -CH 2 -CH 2 -Cell,, und Stilbens C„H 6 • CH=:CH• CH 6 .
Stärker wirkende alkalische Reductionsmittel, wie Natriumamalgamoder alkoholische Alkalien mit Zinkstaub, entziehen den Sauerstoff voll-ständig oder führen eventuell noch Wasserstoff zu; so entstehen Azo-verbindungen und Hydrazoverbindungen, z. B. aus Nitrotoluol CHg-CgHj-N0 2 das Azotoluol CH 3 -C 6 H 4 -N=N-C 6 H 4 -CH 3 und Hydrazotoluol CH 3 -C 6 H 4 -NH-NH-C 6 H 4 CH 3 .
Während also bei der Reduction mit alkalischen Mitteln unter Sauer-stoffentziehung Zusammentritt von zwei Molecülen der Nitroverbindungerfolgt, wirken energische, saure reducirende Agentien — Gemische vonZinnchlorür oder Zinn mit Salzsäure, Eisen mit Essigsäure, Eisen mitSalzsäure, Zink mit Essigsäure etc. •—in einfacherer Weise, nämlich derart,dass sie in meist heftig verlaufender Reaction die Nitrogruppe in die
1 Vgl. Hepp, Ann. 215, 375 (1882).
J Vgl. Hepp, Ann. 215, 356, 365, 372 (1882). — Bahr, Ber. 24, 2838 (1891).8 Vgl. V. Meter, Ber. 27, 3157 (1894). — Ueber Salzbildung von Polynitro-verbindungen vgl. Nitroderivate der Benzoesäure.
* Vgl. 0. Fischer u. Hepp, Ber. 26, 2231 (1893).6 Vgl. Noelting u. Stricker, Ber. 21, 3144 (1888).