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Anomalieen bei der Friedet-Grafts'schen Reaction.
es findet mithin eine Uebertragung der Seitenketten statt. Durch dasgleichzeitige Verlaufen derartiger Processe 1 werden die Reactionsgemischein vielen Fällen sehr complicirt und schwer zu entwirren; als Grundlagefür Constitutionsbestimmungen von Benzolhomologen wird die Reactiondadurch unbrauchbar. Um den Abbau und die Uebertragung der Seiten-ketten möglichst einzuschränken, empfiehlt es sich, die Reaction beiniederer Temperatur — nicht über 50—60° — sich abspielen zu lassen.— Complicationen der Reaction können ferner durch die umlagernde 2(eventuell auch spaltende 3 ) Wirkung hervorgerufen werden, die das Alu-miniumchlorid auf manche Halogenalkyle ausübt (vgl. Bd. I, S. 186—187).
Zur Erklärung 4 der höchst merkwürdigen Wirkungen des Aluminium-chlorids nimmt man die Bildung von Verbindungen des Aluminium-chlorids mit den aromatischen Kohlenwasserstoffen an. Erwähnt seiauch, dass Aethylen beim Durchleiten durch ein erwärmtes Gemischvon Benzol und Aluminiumchlorid äthylirte Benzole liefert 5 .
Zur Darstellung von Aluminiumchlorid 8 für die Friedel-Cr AFTs'scheReaction erhitzt man jetzt zweckmässig Schnitzel von metallischem Aluminium, diesich in einer schwer schmelzbaren Glasröhre befinden, auf dem Verbrennungsofen ineinem sehr lebhaften, trockenen Salzsäurestrom; man fängt das übergehende Chloridin einem weithalsigen, möglichst dicht an das Ofenende gebrachten Pulverglase auf,das mit einem doppelt durchbohrten und durch Asbest vor Verkohlung geschütztenKork versehen ist; durch die eine Bohrung tritt das Ende des Verbrennungsrohresein, während die zweite ein nicht zu enges Ableitungsrohr trägt.
Darstellung von Aethylbenzol nach der Friedel-Crafts' sehen Reac-tion 7 : Man bringt ein Gemisch von 10 Thjn. Bromäthyl und 100 Thln. Benzol ineinen Kolben mit Rückflusskühler, dessen Ende durch ein Ableitungsrohr mit einertarirten, Wasser enthaltenden Vorlage verbunden ist, fügt etwa 0 • 2 Thle. Aluminium-chlorid hinzu und erwärmt auf dem Wasserbade. Wenn die Reaction sich verlang-samt, trägt man wieder etwa 0-2 Thle. Aluminiumchlorid ein und so fort, bis dieGewichtszunahme der Vorlage der theoretisch zu entwickelnden Bromwasserstoffsäure(berechnet auf die angewandte Menge'Bromäthyl) entspricht; man braucht hierfürhöchstens 2 Thle. Aluminiumchlorid. Hierauf giesst man das Reactionsgemisch inWasser ein, trocknet die abgehobene Oelschicht mit Chlorcalcium und scheidet ausderselben durch Fractionirung in einem Colonnenapparat die bei 133—135° siedendeFraction ab.
1 Vgl. Friedel u. Ceafts, Journ. Soc. 41, 115 (1882). Bull. 39, 306 (1883).Compt. rend. 100, 692 (1885). — 0. Jacobsen, Ber. 18, 338 (1885). — Anschütz u.Immendorf, Ber. 18, 657 (1885). Ann. 235, 177 (1886). — Heise u. Töhl, Ann. 270,155 (1891). — Badr, Ber. 27, 1606 (1894).
J Gossin, Bull. 41, 446 (1884). — Silva, Bull. 43, 317 (1885). — Schramm,Monatsh. 9, 624 (1888). — Senkowski, Ber. 23, 2412 (1890). — Genvresse, Bull. [3]9, 508 (1893). — Tissier, Ann. eh. [6] 29, 360 (1893). — Baur, Ber. 27, 1610 (1894).
3 Noeltinq, Cöthener Chem.-Ztg. 17, 170 (1893).
4 Gustavson, Ber. 11, 215 (1878); 16, 784 (1883); 23 c, 767 (1890). — Friedelu. Crafts, Ann. eh. [6] 14, 457 (1888).
6 Balsohn, Bull. 31, 539 (1879).
8 Stockhadsen u. Gattermann, Ber. 25, 3521 (1892).
7 Vgl. Sempotowski, Ber. 22, 2662 (1889). — Behal u. Choat, Bull. [3] 11,207 (1894).