Druckschrift 
2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 1 (1923) Einkernige isocyclische Verbindungen
Entstehung
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

B. Die einkernigen Benzolkohlenwasserstoffe und ihreSubstitutionsderivate.

Fünftes Kapitel.

Der aromatische Charakter und die Constitution des

Benzols.

Der aromatische Charakter.

Eine grosse Zahl der Verbindungen, in deren Mo^cülen wir cyclischeComplexe annehmen, ist, wie schon S. 1213 kurz erläutert wurde,durch besondere Eigenthümlichkeiten des chemischen Charakters aus-gezeichnet, derart, dass sie in gewissen Reactionen ein wesentlich anderesVerhalten zeigen alsaliphatische" oderalicyclische" Verbindungen. Daman für diese Substanzen den ursprünglich aus zufälligen Gründen (vgl.S. 13) gewählten Namenaromatische Verbindungen" beibehalten hat,-so hat man sich auch gewöhnt, jene ihnen zukommenden Eigenthümlich-keiten in der Bezeichnungaromatischer Charakter" zusammenzufassen.

Deraromatische Charakter" sei hier nun zunächst in denHauptzügen, welche das experimentelle Studium der aromatischenVerbindungen hervortreten lässt, dargestellt, bevor die für die specielleBesprechung der einzelnen aromatischen Verbindungen nothwendigentheoretischen Grundlagen entwickelt werden.

Die wesentlichen Unterschiede der Verbindungen von aromatischemund aliphatischem Charakter sind dreierlei Art; sie beziehen sich

1. auf die Substituirbarkeit durch gewisse Radicale,

2. auf das chemische Verhalten der eingetretenen Sub-stituenten,

3. auf die Aeusserung des Sättigungszustandes;

sie seien nun in diese drei Rubriken eingetheilt im Folgendenerläutert.

1. Unterschiede in der Substituirbarkeit. Es ist schon S. 12hervorgehoben, dass die aromatischen Kohlenwasserstoffe und ihre Deri-vate mit grösster Leichtigkeit bei der Behandlung mit starker Salpeter-säure in Nitro-Substitutionsderivate übergehen (vgl. 13. Kapitel),