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Carbonsäuren des Tetramethylens
Tetramethyleucarboiisiiure' OH 2 • CH., • CH 2 ■ CH • C0 2 H ( Cydobutancarbonsäure)
entstellt aus der 1.1-Dicarbonsäure (s. unten) durch Kohlensäureabspaltung beim Er-hitzen, bildet ein Oel, dessen Geruch etwas an den der hochsiedenden Fettsäurenerinnert, wird bei 0° nicht fest, siedet bei 191", besitzt bei 15° das spec. Gew. 1-055und ist in Wasser schwer, in Alkohol leicht löslich; K = 0-00182. Als wahre Car-bonsäure ist sie durch Ueberführung in zahlreiche Derivate — Amid, Chlorid,Nitril etc. — charakterisirt; mit Brom reagirt sie im Sonnenlicht bei gewöhnlicherTemperatur nicht; von Brom in Gegenwart von Phosphor wird sie in ein Sub-
stitutionsderivat
CH,-CH,-CH 2 -CBr-CO,H — übergeführt.
Tetramethylendicarboiisauren 2 C 4 H„(C0 2 H) 2 (Cyclobutandicarbonsäuren). Die1.1-Dicarbonsäure CH 2 • CH 2 • CH.,• C(C0 2 H) 2 wird durch Verseifung ihres Esters,
dessen Entstehung aus Trimethylenbromid und Malonsäureester durch die Gleichungauf S. 22 erläutert ist, gewonnen; sie schmilzt bei 158° unter Kohlensäureentwickelungund ist in Wasser, Aether und Benzol sehr leicht, in Chloroform und Ligro'in nahezuunlöslich; K = 0-0833; als gesättigte disubstituirte Malonsäure erweist sie sich da-durch, dass sie von Brom und Brom Wasserstoff in der Kälte nicht angegriffen wirdund mit conc. Salpetersäure keine Kohlensäure entwickelt (vgl. Bd. I, S. 655). IhrDiäthylester siedet bei 220—221° und besitzt bei 15° das spec. Gew. 1-048. —
CH a -CH-C0 2 HDie 1.2-Dicarbonsäure I | ist in zwei stereoisomeren Formen be-
CH 2 -CH-C0 2 Hkannt; als cis-Modification entsteht sie durch Kohlensäureabspaltung aus der1.1.2.2-Tetracarbonsäure (s. S. 25), krystallisirt aus Wasser in grossen farblosen Pris-men, schmilzt bei 137 — 138°, besitzt die Dissociationsconstante K = 0-0066 und geht
beim Kochen mit Acetylchlorid sehr leicht in das Anhydrid
CH 2 —CH—CO
I I
CH 2 —CH-CO
,0
über, welches bei etwa 75" schmilzt, bei 270—273" destillirt und durch Einwirkungvon Brom in Gegenwart von Phosphor ein Dibromsubstitutionsprodukt liefert; dietrans-Modification — K = 0-0028 — entsteht aus der cis-Säure durch 3—4-stün-diges Erhitzen mit concentrirter Salzsäure auf 190°, bildet farblose Nadeln, schmilztbei 131°, wird durch KocKen mit Acetylchlorid nicht verändert, geht indessen durchDestillation bei gewöhnlichem Druck theilweise in das Anhydrid der cis-Säure über.
COjHCH—CH 2
— Als 1.3-Dicarbonsäure wird eine Säure aufgefasst,
CH 2 -CH-C0 2 Hderen Diäthylester bei der Einwirkung von trockenem Natriumäthylat auf n-Chlor-propionsäureester in sehr kleiner Menge entsteht; sie schmilzt bei 170—171° und giebtein bei 49 — 50° schmelzendes Anhydrid, das mit Wasser nicht die ursprüngliche,sondern eine viel leichter lösliche (vielleicht stereoisomere?) Säure vom Schmelzpunkt138—139" liefert.
Tetramethjlentetracarl)ous"iiureii 3 C4H 4 fC0. 2 H) 4 /'Ci/r7o6wfani;e^aca)-6oMsrtMre^.
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