Druckschrift 
Kurzes Lehrbuch der Chemie : nach den neuesten Ansichten der Wissenschaft
Entstehung
Seite
448
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

448

Organische Synthese.

oder angedeutet worden. Im Folgenden sind die "wichtigstenderselben und die von aligemeiner Anwendung nochmals imZusammenhange dargestellt.

Die Ameisensäure, welche sich in den Ameisen, in verschie-denen Raupenarten, in den Brennesseln und anderen Pflanzenfindet, lässt sich synthetisch auf verschiedene Weise darstellen.Bringt man feuchtes Kohlendioxid mit Kalium zusammen, soerhält man neben saurem Kaliumcarbonat das Kaliumsalz derAmeisensäure:

2C0 2 + H 2 0 + K a = ^[CO s -f

COII1

0.

Dasselbe Salz entsteht, wenn Kohlenoxid längere Zeit mitstarker Kalilauge erhitzt wird:

CO

Hl

0 =

00|1 0 .

Aus dem Kaliumsalze lässt sich durch Mineralsäuren leicht dieAmeisensäure abscheiden.

Leitet man Kohlendioxid über erhitztes Kalium, so erhältman das Kaliumsalz der Oxalsäure, einer im Thier- und Pflan-zenreiche sehr verbreiteten Verbindung:

2C0j + Kj,= C 2 0,K 2 .

Wird ein Gemisch von Kohlendisulfiddampf und Schwefelwasser-stoff über glühendes Kupfer geleitet, so bildet sich Sumpfgas:CS a -f 2H 2 S 4- 8Cu = CH 4 + 4Cu 2 S.Durch Einwirkung von Chlor auf Sumpfgas entsteht Methyl-chlorid, das man leicht in andere Methylverbindungen über-führen kann. Wird Methylalkohol mit oxydirenden Körpernzusammengebracht, so verwandelt er sich in Ameisensäure.Durch Erhitzen von Methyljodid mit Zink erhält man Aethan:

2CH 3 J 4- Zn = C 2 H G + ZnJ a .

Indem man auf analoge Weise ein Atom Wasserstoff in dieserVerbindung wieder durch Methyl ersetzt, kommt man zu Pro-pra, wird es durch Aethyl ersetzt, so erhält man Butan. Ver-mittelst dieser allgemeinen Reaction lässt sich also die ganzeReihe der Paraffine durch Synthese aus den Elementen dar-stellen; jeder dieser Kohlenwasserstoffe bildet aber den Aus-gangspunkt für eine grosse Anzahl ein- und mehrwerthigerVerbindungen, von denen viele, wie z.B. die fetten Säuren, imThier- und Pflanzenkörper enthalten sind. So kann man z. B.Buttersäure erhalten, wenn man Aethyljodid mit Zink erhitzt: