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Kurzes Lehrbuch der Chemie : nach den neuesten Ansichten der Wissenschaft
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Nahrung der Pflanzen.

wisse Localitäten beschränkt. Der Grund hiervon ist der, dassdie ersteren zu ihrer Entwickelung nur solche Mineralbestand-theile nöthig haben, welche überall in dem Erdboden enthaltensind, während die letzteren gewisse Verbindungen in grössererMenge zu ihrer Ausbildung erfordern. Die Flora der Kalk-formation hat daher einen anderen Charakter als die des Sand-steins.

Cultivirten Pflanzen müssen mineralische Nährstoffe künst-lich durch Düngung zugeführt werden, namentlich die zurBildung von Samen notliwendigen Kaliumsalze und Phosphate(Holzasche, Knochenmehl). Der Dünger befördert ferner dieüppige Entwickelung der Culturpflanzen durch die darin ent-haltenen Stickstoffverbindungen, welche bei der ZersetzungAmmoniak liefern. Der Landwirth hat daher den Chemikernöthig, um zu erfahren, welche Bestandtheile sein Bodenenthält, welche Salze in den Pflanzen, die er bauen will, vor-kommen , um zu wissen, welche Düngemittel er anwendenmuss, um eine reichliche Ernte zu erzielen.

Der Theil der angewandten Chemie, welcher diesen Ge-genstand behandelt, wird Agriculturchemie genannt. For-schungen auf diesem Gebiete, welches aufs Eifrigste bearbeitetwird, haben uns mit einer Reihe der wichtigsten Thatsachenbekannt gemacht, auf die wir hier nicht weiter eingehenkönnen, sondern den Leser auf Werke über Agriculturchemieverweisen müssen.