Nahrung der Pflanzen.
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nenstrahlen können die Blätter nicht das Kohlendioxid derAtmosphäre zersetzen. Um die Atome des Kohlenstoffs undSauerstoffs zu trennen, ist ein Aufwand von Kraft erforder-lich, und diese Kraft liefern die schnell schwingenden Strahlender Sonne; dieselben sind es, welche die Atome im Kohlen-dioxid aus einander reissen und dadurch die Blätter befähigen,den Kohlenstoff zurückzuhalten und den Sauerstoff wieder andie Luft abzugeben zur Benutzung für die Thiere. Erhitztman eine Pflanze bei Luftzutritt, so verbrennt sie zu Kohlen-dioxid und hierbei wird genau dieselbe Menge von Kraft alsWärme frei, welche früher verbraucht wurde, um in Gestaltvon Lichtschwingungen dieses Kohlendioxid zu zersetzen unddie Pflanze aufzubauen. Das Licht und die Wärme, welchedie brennende Steinkohle ausgiebt, ist daher nur das Lichtund die Wärme der Sonne, welche Jahrtausende im Bodenaufgespeichert lagen, und da die Existenz des Thierreichesvon der des Pflanzenreiches abhängt, so kann man mit RechtMenschen und Thiere Kinder der Sonne nennen.
Neben organischen Verbindungen enthält der Pflanzen-körper immer bestimmte Mineralbcstandtheile, welche beimVerbrennen als Asche zurückbleiben.
Den Kohlenstoff, welcher in den organischen Theilen ent-halten ist, nimmt die Pflanze hauptsächlich aus der Luft auf;Stickstoff, Wasserstoff und Sauerstoff werden theils von derAtmosphäre, theils vom Boden geliefert; die Salze werden derPflanze aus dem Boden durch die Wurzeln zugeführt; mankann dieselben als den Mund der Pflanzen betrachten und dieBlätter mit den Lungen der Thiere vergleichen. Die Pflanzefindet in der Atmosphäre einen unerschöpflichen Vorrath vonKohlendioxid und Wasser. Ein Samenkorn kann sich abernur in dem Boden entwickeln, welcher die Mineralbcstandtheileenthält, welche die Pflanze zu ihrer Ausbildung bedarf, und siesucht sich durch ihre Wurzeln gerade die auf, welche sie ge-brauchen kann, und lässt andere daneben vorkommende zurück.Welche chemischen Veränderungen in der Pflanze vor sichgehen, wie dieselbe Kohlendioxid, Wasser und Ammoniakin Zucker, Cellulose und Eiweiss umwandelt, wissen wirbis jetzt ebensowenig, als warum der Schierling das giftigeConiin und der auf demselben Boden wachsende Weizen nahr-haftes Stärkemehl und Kleber hervorbringt.
Einige wild wachsende Pflanzen sind sehr allgemein ver-breitet und gedeihen auf jedem Boden, andere sind auf ge-