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2 (1829)
Entstehung
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Die erste Sorte ist wegen ihrer Reinheit die vorzüglichere, die zweyte kann zur Bereitung von Pflasternangewendet werden. Verwerflich ist aber das dunkelbraune, sehr klebrige, nur wenige und kleine weisse Kör-ner enthaltende Gummiharz.

In der österreichischen Pharmacopoe ist das Pulver officinell. Als Ingredienz wird es vorzüglich in dasgummiharzisre Pflaster verwendet.

Gepulvert kann das Gummiharz mir in strenger Winterkälle werden, wornach es in Papierkapseln gefüllt,und wie auch das Gummiharz an einem kühlen Orte aufbewahrt werden muss.

Als Arzneymillel besitzt das Ammoniakgummi eine reilzende und hintennach etwas erschlaffende Eigenschaft.Es löst auf und erhitzt; wenn man es in grossen Dosen anwendet, so führt es gelinde ab, und befördert den Schweissund den Urin. Man wendet es an gegen Brustzufalle, wo man auflösen, involviren und zugleich stärken will, gegenden Stickhusten, das Asthma u. s. w.; gegen Verstopfungen der Eingeweide des Unterleibes u. s. w.

Zum innern Gebrauch ist die Pillenform und die Form einer Emulsion die zweckmässigste; zur Ammoniak-Emulsion ist es vorteilhaft auf 2 Theile Ammoniakgummi, 1 Theil Schleim vom arabischen Gummi oder das Gelbevon einem Ey zuzusetzen.

Chemische Bemerkung. Das Ammoniakgummi mit Alcohol digerirt, liefert eine klare, gelbbraune Tinctur; wirdvon dieser der Weingeist abgezogen, so bleibt ein blass-bräunlichgelbes, etwas zähes Harz zurück. Mit Wasser zu-sammengerieben erhält man eine Milch, aus der sich bald einige Harzlheile absondern.

Nach Bucholz (Taschenb. 1809- S. 170) enthalten 100 Tb. Ammoniakgummi: Eine Spur ätherisches Oehl;72,0 Th. Harz, 22,4 Th. Gummi; 1,6 Tb. glutenartigen Stoff.

Nach Calmejer (Trommsd. J. XVII. 2. S. 82) in 100 Th.: Eine Spur ätherisches Oehl; 53,0 Th. Harz;37,2 Th. Gummi; 9,8 Th. Holzfaser und Unreinigkeitcn.

Nach J. F. Hagen (Berl. Jahrbuch 1815- S. 95) in 1000 Th. 686 Th. Harz; 193 Th. Gummi; 54 Th. Golla;16 Th. Extractivsloff; 23 Th. Sand, und etwas ätherisches Oehl, welches man durch Destillation erhält.

Nach Braconnot (Trommsd. J. XVIII. 1. S. 202) enthalten 100 Th.: 18,4 Th. Gummi; 70,0 Th. Harz; 4,4 Th.glutenartigen Stoff; 6,0 Th. Wasser.

Bey der trockenen Destillation erhielt BucholZj, ausser Kohlensäure und Kohlenwasserstoffgase, zuerst einbraungelbes dünnes Oehl, welches zwar brenzlich, aber doch noch stark nach Ammoniak roch, ferner ein schwarz-braunes, dickflüssiges, stark brenzlich riechendes, etwas Ammoniak haltendes Oehl und eine wässerige saure Flüssig-keit, die grösstenlheils schon mit dem dünnen Oehle übergegangen war, und aus wässeriger brenzlicher Essigsäuremit etwas Ammoniak bestand. Die rückständige Kohle hatte einen Glanz wie Gagal, war leicht zerbrechlich undblättrig, etwas schwer einzudicken, und enthielt kohlensaures Kali, kohlensauren Kalk, phosphorsauren Kalk,Thonerde, eine Spur Eisenoxyd und Salzkörner.

Die Hauptbestandteile des Ammoniakgummi sind:

1. Ein ätherisches Oehl. Dieses ist farblos, speeifisch leichter als das Wasser, von kratzendem Geschmack, sehr

starkem Geruch nach Ammoniakgummi. Hagen erhielt von 32 Uncen Gummiharz 15 Gran Oehl.

2. Ein Harz. Dieses wird durch Ausziehen des Ammoniakgummi mit Alcohol und nachheriges Abdampfen erhal-

ten. Dieses ist rölhlichgelb, durchsichtig, in der Kälte brüchig, durch die Handwärme erweichend, bey 45°C. schmelzend, ohne merklichen Geschmack, aber vom Gerüche des Ammoniakgummi. Es löst sich leichtin Alcohol auf, liefert mit Salpetersäure erhitzt ein schönes eigenlhümliches gelbes Bitter, löst sich leicht, be-sonders bey gelinder Hitze, in concentrirter Schwefelsäure auf, aus welcher es durch Wasser fällbar ist.

3. Das Gummi des Ammoniakgummiharzes. Bucholz zieht das Ammoniak mit absolutem Alcohol aus, wo das Gummi

zurückbleibt. Braconnot löst dieses noch im kochenden Wasser auf, seiht es durch eine feine Leinwand,und dampft es ab, daher ist das Braconnot'sehe Gummi reiner und etwas verschieden von dem Bucholz'-schen. Es ist röthlichgelb, durchsichtig, ziemlich brüchig, milde und kaum etwas bitter schmeckend; es löstsich in destillirtem Wasser fast gänzlich auf, nur mit Zurücklassung weniger weisslicher, dem aufgequollenenSalep nicht unähnlicher Flocken, die getrocknet viel Aehnlichkeit mit getrocknetem Tragantschleim hatten.

Aus den Bestandtheilen des Ammoniakgummis ist es ersichtlich, dass es eigentlich ein Schleimharz oderGummiharz sey, und dass es daher besser Gummiresina Ammoniaci, Ammoniak- Schleim- oder Gummiharz ge-nannt wird.

qualaq.

In Aegypien wird diese Substanz ebenfalls als Arzneymittel gebraucht; in arabischer Sprache heisst es