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Handbuch der speciellen Klimatotherapie und Balneotherapie : mit besonderer Rücksicht auf Mittel-Europa zum Gebrauch für Aerzte
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St. Moritz

ist der erste Eindruck des Klimawechsels stets sehr bedeutend. NachVeragutU dauert die Periode der Akklimatisation 412, gewöhnlich nurß8 Tage. Dieselbe macht sich bemerkbar durch stärkere Hautpigmen-tirung, die sich bis zum Erythem steigern kann, durch Verminderungdes Schlafbedürfnisses bis zur Schlaflosigkeit, durch Herzklopfen undAthembeschwerden, seltener durch Digestionsstörungen und Kopfdruck.Als physiologische "Wirkung wird Vermehrung der Athemfrequenz, desQuantums der Exspirationsluft und damit der Kohlensäure-Ausscheidung.Verminderung des Blutdrucks und gesteigerte Diurese beobachtet. Nachbeendeter Akklimatisation zeigt sich bei Nachlass dieser Symptome undbei vermehrtem Appetit öfters Herpes labialis. Die beiden dort ent-springenden Stahlquellen haben eine Temp. von nur 5 1 /, 0 C. Diealte Quelle (Fcrr. bic. Ü.033, Natr. bic. 0.27, Calc. bic. 1.22, Magnes.bic. 0.19, fr. C0 2 1550 c.c.) besitzt etwas mehr Natron als die neue.diese, auch Paracelsusquelle genannt, dagegen (Ferr. bic. 0.038, Natr.bic. 0.18, Calc. bic, 1.30, Magnes. bic. 0.20, fr. C0 2 1615 c.c.) etwasmehr Eisen. Wahrend der Eisengehalt beider Quellen nur etwa dieHälfte desjenigen von Schwalbach, Pyrmont und Driburg erreicht, sindsie an Kohlensäure ebenso reich und reicher als diese berühmtestenStahlbäder. Eine dritte Quelle, die Gartmann'sche ist erst kürzlichaufgedeckt worden. Wenn die Klimawirkung des Oberengadins für denaus dem Tieflande Ankommenden zunächst in einer Beschleunigung dc^Stoffwechsels besteht, so wird in St. Moritz die bald eintretende toni-sirende und roborirende Eigenschaft desselben zweckmässig durch dieQuellen unterstützt, Chlorose mit und ohne Menstruationsstörungen undAnämie stehen selbstredend an der Spitze der angezeigten Krankheiten,fernerhin Skrophulose und Rhachitis, beginnende Phthise, nervöseDyspepsie, Asthma nervosum, Neurasthenie und Hysterie und endlichdie Folgekrankheiten der Malaria. Als Gegenanzeigen gelten zunächstZustände, in denen die trockne Luft entschieden zu reizend wirkt wiePharyngiten und Faryngiten, ferner hochgradiges Emphysem, fettigeEntartung des Herzens mit Dilatation, Atheroma, Disposition zur Apo-plexie, Neigung zu Rheumatismus acutus, Ophthalmien und grosse nervöseund psychische Heizbarkeit. Jedenfalls muss erethischen Xu h joden undsolchen Personen, welche eben erst entzündliche Processe oder Blutungenüberstanden haben, der Halb gegeben werden, nicht direef bis zumKurort zu reisen, sondern für einige Tage in Landeck, Tarasp, Chur-walden Station zu machen.