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Handbuch der speciellen Klimatotherapie und Balneotherapie : mit besonderer Rücksicht auf Mittel-Europa zum Gebrauch für Aerzte
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Einleitung.

Luftdruck. Die Erhebung über den Meeresspiegel hat, abgesehenvon der dabei stattfindenden successiven Wärmeabnahme (welche in dendeutschen Bergen auf 170, in der Schweiz schon auf 140 Meter 1 ° C.ausmacht) eine stetige Verringerung des Luftdrucks zur Folge. Derselbebeträgt im Niveau des Meers bekanntlich 760, in St. Moritz beispiels-weise nur 61(> Mm., und wenn auch das ausgesprochene Höhenklima erstbei Höhen von 12001500 Meter deutlich in die Erscheinung tritt, somacht sich ein gewisser Grad von Luftverdünnung auch bei geringererErhebung bemerkbar, und die gewissenhafte Feststellung der Seehöhemuss für jeden Kurort als Notwendigkeit beansprucht werden.

Luftfeuchtigkeit. Die relative Feuchtigkeit, d. h. das Procent-Ver-nältniss der bei einer gewissen Temperatur vorhandenen Dampfmenge zuder dabei möglichen, ist für die organische Welt von grösster Bedeutung.Je tiefer der Stand der Saturation ist, desto durstiger wird das Klima, destoenergischer geht die Evaporation von Haut und Lungen vorsieh, desto mehrwird die Resorption angeregt, und bei anhaltender Dampfarmuth stellt sichTrockenheit und Sprödigkeit der Haut, selbst Schwund des Fettpolsters undnervöse Erregtheit ein. Die östlichen Vereinigten Staaten von Nord-amerika sind das deutlichste Beispiel, dass (obgleich die absoluteFeuchtigkeit dort höher ist wie in Westeuropa,) der fortwährend niedereStand der relativen Feuchtigkeit der ganzen Bevölkerung jenen eigen-thiimlicheu Yankee-Typus verleiht. Umgekehrt disponirt eine an Wasser-dampf reiche Atmosphäre zu starker Schweissbilduug, zu Weichheit derHaut, zu Fettablagerung, zu behaglicher Ruhe und einem phlegmatischenTemperament. Wo uns langjährige gute Beobachtungen vorliegen, wiez - B. über Montreux und Meran (die sich hauptsächlich nur bezüglichder Feuchtigkeit von einander unterscheiden), da können wir uns sehrwohl davon überzeugen, dass die alte auf Differenzen der relativenFeuchtigkeit basirende Eintheilung von Kurorten mit dampfreichem se-dativem Klima und solchen mit dampfarmem excitirendem Klima voll-ständig begründet ist. Man hat neuerdings das Sättigungsdeficit d. h.die Differenz zwischen absoluter Feuchtigkeit und vollkommener Sätti-gung bei entsprechender Temperatur im Verein mit der Windstärke alsMassstab für die Verdunstungsgrösse hingestellt, ohne aber bis jetztdamit praktische Resultate erreicht zu haben.

Bewölkung und Niederschläge. Die Zahl der heiteren Tage imVergleich mit denen, welche von Schnee und Regen begleitet sind, ist für( 'ie Luftkur von grosser Bedeutunff. Für die Sommerkurorte besteht ein

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