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Handbuch der speciellen Klimatotherapie und Balneotherapie : mit besonderer Rücksicht auf Mittel-Europa zum Gebrauch für Aerzte
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Klimatische Kurorte.

auf kleinen Inseln oder endlich in der Nähe weiter unbewohnter Land-flächen (wie am Saum der Steppe oder am Eingang zur grossen Wüste)überall denselben nicht hoch genug zu schätzenden Effect'). Ms wärehier noch der potenzirte Sauerstoff, das als Gradmesser besonderer Luft-reine so vielgenannte Ozon zu erwähnen. Abgesehen von dem Mangeleiner vertrauenswerthen Ozonometrie, wissen wir von ihm nicht mehr,als dass es mit der relativen Feuchtigkeit so ziemlich Schritt hält unddeshalb in der Nähe grösserer Wasserflächen, bei Gradirwerken und inWäldern in grösserer Menge angetroffen wird.

Winde. Die Winde begründen nach ihrer Intensität und Richtungerhebliche Differenzen bezüglich der Qualität eines Klimas. Währendsie in massigem Grade für die Reinheit der Luft unentbehrlich sind unddurch sanfte Wärmeentziehung eine erwünschte Steigerung des Stoff-wechsels herbeiführen, leiten sie häufig einen empfindlichen Witterungs-wechsel ein und können als Fallwinde oder als durch Aspiration undSeitendruck verstärkte Stürme (Mistral, Bora) die Güte des Klimasschädigen. Für viele Kranke ist Windschutz durch Berge oder Wäldereine unerlässlicho Bedingung bei der Wahl eines klimatischen Kurorts.

Wärme. Auf das Wohlbefinden des Menschen ist die Temperaturder Luft von sichtlichem Einfluss. Wenn dieselbe etwa die Hälfte derBlutwärme (1819° C.) beträgt, so belinden wir uns durchschnittlichdabei am behaglichsten. Bei diesem Standpunkt indifferenter Luft-wärme vollziehen sich unter normalen Verhältnissen die Processe desStoffwechsels am ungestörtesten. Im Flachlande Mitteleuropas sind die3 Sommermonate sehr gewöhnlich von Ueberhitze begleitet, während die3 Wintermonate empfindliche Kältegrade mit sich bringen. Diese Wärme-und Kälte-Extreme sind für die Aufstellung von 3 getrennten Reihenvon Kurorten: Klimatische Sommerkurorte, Klimatische Kur-orte für Frühling und Herbst (Uebergangsstat ionen) und Kli-matische Winterkurorte massgebend gewesen. Im Hochsommer istes das Seeklima, das Waldklima und das Höhenklima, welcheuns kühlere Temperaturen versprechen, im Winter sind es fheils dieuns in den Windschatten der Tramontana stellende Schutzmauer derAlpen, theils die intensivere Besonnung der südlicheren Breiten, welcheuns höhere Wärmegrade garantiren.

') IT. Reimer, Klimat. Winterkurorte, 3. Aufl., Berlin 1881 S. 18. Ganz ahnlichspricht sich auch H. Weher hierüber aus: Klimatische Behandlung der Lungenphthise,Leipz. 1886 S. 77.