Alle Salze (sowohl die eigentlichen Salzez. B. KCl, KNO 3 , als die H y d r o x y 1 s a 1 z e oder Basenz. B. KOH und die Wasserstoffsalze oder Säu-ren z. B. HCl) sind in wässeriger Lösung mehr oderweniger in ihre Ionen gespalten. Genügend verdünnteLösungen von Kaliumchlorid z. B. enthalten die Ionen,
+d. h. Kalium als Kation (K oder E") einerseits,
Chlor als A n i o n (Cl oder Cl') andrerseits. Diese Ionennun sind es, die bei den meisten analytischen Umsetzungenin Reaktion treten und nachgewiesen werden. Wir sind imStande das Chlor als Bestandteil des Kaliumchloridesdurch Silbernitrat, bezw. durch das in der Silbernitrat-lösung vorhandene Silberion nachzuweisen nachKCl + AgNO 3 = AgCl + KNO 3
bezw. Cl' + Ag- = AgCl oder Cl + Ag = AgCl.
Das Silberkation verbindet sich mit dem C h lor-a n i o n zu unlöslichem Silberclilorid.
Wir können aber z. B. im Kaliumclilorat(KCIO 3 ) das Chlor nicht in dieser Weise nachweisen,weil die wässerige Lösung desselben kein C h 1 o r i o n,sondern das A n i o n der Chlorsäure, das C h 1 o r a t-ion CIO 3 oder CIO 3 ' enthält. Wir können ja auch hierdas Chlor dem Nachweis durch das Silberion zugänglichmachen, wenn wir das Kaliumclilorat vorher glühen. Eswird dann der Sauerstoff abgespalten nach
2KC10 3 = 2KC1 + ,0 2 ,und wenn wir nun den Glührückstand in Wasser lösen,wird das Silbernitrat aus der Lösung Chlorsilber ausfällen:es ist eben jetzt in der Lösung wieder Chlorion enthalten.
Nur die Ionen zeigen die für die Salze in wässerigerLösung charakteristischen Reaktionen. (Hydroxylio-n e n bedingen alkalische, Wasser stoffionen saure