Achiringe mit zwei Stickstoff-Atomen.
1571
In dem Tetraäthenyl-hexasulfid, das Bd. I, Tl. I, S. 598 erwähnt worden ist,wird ein Aehtring mit vier Schwefel-Atomen angenommen.
Ein Achtring mit zwei Sauerstoff- und zwei Schwefel-Atomen findetsich in den Suifonyliden 1 — lactidartigen Anhydriden der o-Phenolsulfonsäuren,die aus diesen auf verschiedenen Wegen (z. Tl. durch direkte Wasserentziehung)gewonnen worden sind. Der einfachste Vertreter Pkenylen-o-sulfonylid — For-mel V, S. 1569 — entsteht aus Aeetylphenol-o-sulfonsäurechlorid CH 3 -CO-0-C 6 H 4 -SO = Cl durch Abspaltung von Acetylchlorid mittels Ammoniaks oder Diäthylamins;seine Molekulargröße ist kryoskopisch und ebullioskopisch kontrolliert. Es krystalli-siert aus Alkohol in derben Nadeln, schmilzt bei 236-5—237-5° und geht beimKochen mit Natronlauge glatt in phenol-o-sulfonsaures Natrium über.
Als Beispiel für Achtringe mit zwei Stickstoff-Atomen sei zu-nächst das o, o'-Azo-diphenyläthan — Formel VI, s. u. — genannt, in
VI)
^CH 2 • CHj-^ ,~.
-N:N-
VII)
N N
C 6 H 5 -C C-CßH 5
welchem die beiden Hetero-Atome einander benachbart sind. Duval 3erhielt es durch Keduktion von 2.2'-Dinitro-diphenyläthan mit Zinkstaubin Gegenwart von wäßrig-alkoholischer Barytlösung.
Es bildet gelbe Nadeln, schmilzt bei 112-5 0 , sublimiert oberhalb 120°, löstsich leicht in Alkohol, nicht in Wasser und geht durch weitere Reduktion mit Zinkstaub und Baryt in das o,o'-Hydrazo-diphenyläthan (Schmelzp. 151°) über.
In 1.4-Stellung 3 enthält die beiden Hetero-Atome die Verbindungder Formel VII (s. o.), die Täübee 4 durch Kondensation von 2.2'-Diamino-diphenyl mit Benzil nach Art der üblichen Chinoxalin-Synthese (S. 1375) erhalten hat; ihr Molekulargewicht ist kryoskopischbestimmt.
Sie krysi-illisiert aus Eisessig in schwefelgelben Prismen, schmilzt bei 238°,destilliert in kleinen Mengen unzersetzt und wird durch 20-proz. Salzsäure bei10-stündigem Kochen teilweise, bei mehrstündigem Erhitzen auf 140° vollständig inihre Komponenten gespalten. Durch Natriumamalgam in Alkohol wird sie zu demfarblosen Tetrahydrid C 2G H 22 N 2 (Schmelzp. 154°) reduziert, das basische Eigen-schaften besitzt, als zweifach sekundäres Amin durch Überführung in ein Dinltroso-und ein Diacetyl-Derivat gekennzeichnet wurde und bei 16-stündigem Kochen mit20-proz. Salzsäure unverändert bleibt.
Die gesättigte Wasserstoff-Verbindung des symmetrisch gebautenAchtrings, der die beiden Stickstoff-Atome in 1.5-Stellung enthält, ist dasBis-trimethylen-diamin der Formel VIII (S. 1572). Sie ist von Mabck-
1 Anschütz, B. 45, 2378 (1912). A. 415, 64 (1918).
2 Bl. [4] 7, 730 (1910).
3 S. auch M. Scholtz, B. 35, 3053 (1002) über Äthylen-o-xylylen-bis-piperidiniumbromid.
4 B. 25, 3287 (1892); 28, 1704 (1893). — S. auch v. Niementowski, B. 34,3334 (1901).
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