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Pseudodiazoessigsäure.
geführt; dieser wird aus dem Silbersalz durch Einwirkung von Äthyl-jodid, besser aber durch Esterifizierung der freien Säure mit Diazoäthanerhalten, krystallisiert in rubinroten Prismen, schmilzt bei 113-5° undläßt sich sublimieren.
Das Diamid 1 erhält man aus dem Diäthylester durch kaltes alkoholischesoder wäßriges Ammoniak, ferner aus Diazoessigester durch Erwärmen mit konz.wäßrigem Ammoniak, aus dem Diamid der C,A'-Dikydro-tetrazin-dicarbonsäure(S. 1541) durch Umlagerung mit kaltem Alkali und aus dem Diamid der Tetrazin-dicarbonsäure (S. 1535) durch Reduktion mit Schwefelwasserstoff. Es stellt gold-glänzende Blättchen dar, schmilzt noch nicht bei 300°, ist in Wasser und ver-dünnten Säuren unlöslich und wird von warmem Alkali zur Bisdiazoessigsäureverseift.
Der Typus des 2.3-Dihydrids (Formel VIII auf S. 1536) ist durchdie C-^-Dihydro-tetrazin-dicarbonsäure 2 vertreten, die in der Formel-reihe D auf S. 1532 unter a als erstes Einwirkungsprodukt von konzen-triertem Alkali auf Diazoessigester aufgeführt ist. Ein Kaliumsalz dieserursprünglich Pseudodiazoessigsäure genannten Säure erhält man ausDiazoessigester durch mehrstündiges Verrühren mit konzentrierterwäßriger Kalilauge oder besser durch kurzes Schütteln mit eiskaltemwäßrig-alkoholischem Kali. Es besitzt die eigentümliche Zusammen-setzung K 3 C 4 H0 4 N 4 + 2H 2 0, aus der hervorgeht, daß außer den beidenCarboxylen noch ein Ringglied saure Eigenschaften besitzt; in Betrachtkommen für dieses gelbe, in Wasser spielend, in konzentrierter Kalilaugeund in Alkohol schwer lösliche Trikaliumsalz die StrukturformelnX und XI (s. u.). Durch Essigsäure wird daraus das citronengelbe, in
X) K0 2 C.C<^ t __ n JJ>CK.C0. 2 K, XI) KO a C • C<^~ K >CH • C0 2 K
Wasser ebenfalls spielend lösliche Dikaliumsalz K 2 C 4 H 2 0 4 N 4 + H 3 0gebildet, das mit Eisessig das feurig gelbe, in Wasser nur mäßig lös-liche Monokaliumsalz liefert. Die freie Säure konnte wegen ihrerLeichtspaltbarkeit nicht isoliert werden. Bei kurzem Erwärmen desDikaliumsalzes mit verdünnter Schwefelsäure erfolgt im Sinne der Glei-chungen Ka und Kb (S. 1536—1537) quantitative Zerlegung'in Glyoxyl-säure, 1 Mol. Stickstoff und 1 Mol. Hydrazin; kocht man längere Zeit, soverschwindet das Hydrazin wieder, indem es in Ammoniak übergeht unddie Glyoxylsäure sich gleichzeitig zu Oxalsäure oxydiert. Durch ein-stündiges Erhitzen mit 50-prozentiger Kalilauge auf 100° wird dasDikaliumsalz zum Kaliumsalz der Bis-diazoessigsäure (S. 1539) um-gelagert.
1 Cumius, Lang, J. pr. [2] 38, 542 (1888). — Silberfad, Soc. 81, 604 (1902).— Ccrtiüs, Darapskst, E. Müller, B. 39, 3414, 3417, 3429, 3431, 3432 (1906). —S. auch E. Müllek, B. 42, 3270 (1909).
2 E.Müller, B. 41, 3116 (1908). — Clrtids, Darapsky, E.Müller, B. 41,3140 (1908).