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2. Cyclische Verbindungen - Naturstoffe 3 (1920) Heterocyclische Verbindungen
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1497
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Salze des Methylenblaus.

1497

SO

+ H 2 0

NH

+ n ä so 4

(0)

in Schwefelsäure und Leukomethylenblau gespalten, worauf man durchnochmalige Oxydation den Farbstoff erhält.

Insgesamt kann man die Bildung des Methylenblaus aus p-Amino-dimethyl-anilin, Dimethylanilin und Thiosulfat mit der Safraninbildung aus 1 Mol. p-Diaminund 2 Mol. Monamin in Parallele stellen 1 , bei der ja ebenfalls Indamin-Bildung alsTeilvorgang anzunehmen ist (vgl. S. 1391). Bei der Methylenblau-Bildung übernimmtder Schwefel des Thiosulfats die Bolle, die bei dem Safraninprozeß einem derMonamin-Moleküle zukommt.

Von sonstigen Reaktionen, die zum Methylenblau führen 2 , sei die Einwirkungvon Dimethylamin auf Phenazthionium-Salze erwähnt, die bei Anwendung des Per-bromids (vgl. S. 1493) recht glatt das Bromid der Methylenblaubase ergibt 3 .

Die Struktur des Methjdenblaus ergibt sich aus seinen Beziehungenzum Thionin. Wie Bernthsen 4 nachwies, entsteht aus dem Leuko-methylenblau (s. S. 1499) bei durchgreifender Methylierung dasselbe Pro-dukt, das man aus dem Leukothionin bei gleicher Behandlung erhält.

Von den Salzen der Methylenblaubase 5 krystallisiert das JodidC 16 H 18 N 3 SI aus heißem Wasser schön in dunklen bronzeglänzendenNadeln. Das Chlorid (Formel XIII auf S. 1495) besitzt im Vakuumgetrocknet die Zusammensetzung C 16 H 18 N 3 SC1 + «5H 2 0; es ist schon inkaltem Wasser leicht mit prächtig blauer Farbe löslich; bei sehr großerVerdünnung wird eine sehr schwache rotviolette Eluorescenz bemerkbar 6 .

1 Vgl. Bucherer, B. 40, 3419 (1907).

2 Vgl. außer der in Fußnote 2 (S. 1496) zitierten Patentliteratur: Möhlau, B. 16,2728 (1883). Nietzki, B. 17, 223 (1884). Bernthsen, A. 230, 157 (1885).Francke, B. 31, 2181 (1898).

:i Kehrmann, B. 49, 53 (1916).

4 Vgl. B. 16, 1025 (1883); 17, 617 (1884). A. 230, 73, 137, 159 (1885).

5 Vgl.: Koch, B. 12, 592 (1879). Bernthsen, A. 230, 138(1885). Pelbt,Grand, C. 1907, II, 1529. K. A. IIofmann u. A., B. 43, 2627 (1910). Monnier,C. 1917, II, 132.

Leitfähigkeit: Miolati, B. 28, 1697 (1895). Hantzsch, Osswald, B. 33, 292,316 (1900). Hantzsch. B. 38, 2150 (1905). Pelet-Jolivet, Wild, Bl. [4] 3,1088 (1908).

Ebullioskopisches Veihalten: Kraeft, B. 32, 1610 (1899).

Adsorption durch Kohle, Kieselsäure usw.: Pelet-Jolivet, Andersen, Bl. [4J 5,540 (1909). Michaelis, Rona, Bio. Z. 97, 61, 70ff. (1919).

6 R. Meyer, Ph. Ch. 24, 507 (1897).