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1 (1893) Allgemeiner Theil - Verbindungen der Fettreihe
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Ckloral.

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tralisation verhindert). Man leitet einen langsamen Chlorstrom zunächstunter Kühlung, später unter Erwärmung mit Dampf in Alkohol, so langenoch Chlor aufgenommen wird; die Operation dauert ca. G Tage. Dieersten Gefässe füllt man mit bereitsangechlortem", d. h. schon theil-weise mit Chlor gesättigtem Alkohol; aus diesen tritt das Chlor in Vor-lagen, welche mit frischem Alkohol beschickt sind. Nach dem Erkaltenstellt das Reactionsprodukt eine krystaMinisehe Masse dar, die zumgrössten Theil aus Chloralalkoholat (vgl. S. 865) besteht; man zerlegtdasselbe durch Behandlung mit concentrirter Schwefelsäure, hebt oderdestillirt nun das als Oelschicht oben schwimmende Chloral ab und ver-arbeitet es auf Chloralhydrat, nachdem man ihm durch Zusatz von etwasWasser und von kohlensaurem Kalk Salzsäure und kleine MengenPhosgengas entzogen hat. [Bei diesem Verfahren erhielt man früher alsNebenprodukte in nicht unbeträchtlicher Quantität eine Reihe andererchlorhaltiger Verbindungen: Chloräthyl, Aethylenchlorid, Aethylidenchlorid(S. 545), Chloräthylenchlorid (S. 554), Methylchloroform (S. 554); neuerdingsmdess werden diese Nebenprodukte theils nicht, theils nur in geringerMenge gewonnen.]

Man kann die Bildung des Chlorais 1 in dieser Reaction am ein-fachsten durch die beiden Gleichungen:

CH 3 -CH 2 (0I1) + Cl 2 = CH 3 -CHO + 2 HCl,CII 3 -CHO +8C1, = CC1.-CHO + 8HC1erklären; allein man hat zweifellos zwischen der Bildung des Aldehyds(erste Gleichung) und der Bildung des Chloralalkoholats noch eine Reihey on intermediären Reactionen anzunehmen. Viel Wahrscheinlichkeit hatc 'ie Annahme, dass sich zunächst aus Aldehyd und Alkohol AcetalCH 3 -CH(0-C 2 H 6 ) 2 bildet, dieses bis zum Dichloracetal CHCJ 2 -CH(0-C 2 H 6 ) 2chlorirt wird, welches nun bei weiterer Chlorirung:

CHC1 2 -CH(0-C 2 H 5 ) 2 + Cl 2 = CCI,

/O-an-,

CH< + C,H 5 C1

x OH

Chloralalkoholat und Chloräthyl liefert. Thatsächlich tritt Dichloracetalals Nebenprodukt der Fabrikation auf.

Chlorirt man Alkohol in Gegenwart von Eisenchlorid, so erhält mannicht Chloralalkoholat, sondern ein Gemisch von Chloral und Chloralhydrat 2 .

Chloral 3 ist eine ölige Flüssigkeit von durchdringendem Geruch,siedet bei 97-7° und besitzt bei 20° das spec. Gew. 1-512. Mit Wasserist es an sich nicht mischbar, verbindet sich aber damit nach wenigenAugenblicken unter lebhafter Erhitzung zu leicht löslichem Chloral-

1 Wuhtz u. Voot, Compt. rend. 74, 777 (1872). Lieben, Ann. oh. [8] 52.813(1858). Ber. 3, 907 (1870). Paterno, Ann. 150, 253 (1869). Jacois.-kn u.Nbumeister, Her. 15, 599 (1882).

2 Tage, Ann. 225, 209 (1884).

3 Brühl, Ann. 203, 11 (1880). Thobpb, Journ. Soe. 37, 191 (1880). Passa-vant, Journ. Soe. 39, 55 (1881). Perkin, Journ. Soe. 51, 808 (1887).