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Diazoessigester.
beiderseits an ein und dasselbe Kohlenstoffatom gebunden anzunehmen.So ist z. B. die Bildung von Diazoessigester aus Glykokollester bezw.aus dem vorübergehend entstehenden Nitrit des letzteren (vgl. S. 832)durch die Gleichung:
/NH,
C 2 H 6 .0-CO-CII 2 + NO-OH = C,II,.0-CO-CH
/
N
SN
+ 211,0
auszudrücken. Diese Auffassung wird durch die Zusammensetzung unddas Verhalten der Diazoester geboten; sie wird ferner dadurch bewiesen?dass man dieselbe Verbindung, welche aus «-Amidopropionsäuremethyl-ester durch Einwirkung von salpetriger Säure entsteht, erhält, wenn manauf Brenztraubensäureester zunächst Diamid einwirken lässt:
CH,
\
CO + HjN-NH. =
CIL
>C
NU
+ H.O
CH,0(XK CH.OCC)/" X NII
und den so entstandenen Hydrazipropionsäureester mit Quecksilberoxyd
oxydirt:
Cll, x NH CII 3V ,N
>C< j +HgO = >C< || +Hg + H,0.
CHj-O-CO/ ^NH CH,-0-(XK X N
Der Diazoessigsäureäthylester* C 2 H. • 0 • CO • CHN 3 (Az o methy 1 en-carbonsäureester 2 ) ist die am ausführlichsten untersuchte Diazover-bindung der Fettreihe. Man erhält ihn durch Einwirkung von nasci'render salpetriger Säure auf salzsauren Glykokollester und reinigt 1«°durch Destillation mit Wasserdampf. Er stellt ein goldgelbes Oel v011eigentümlichem starkem Geruch dar, das mit Aether und Alkohol misch'bar, in Wasser kaum löslich ist, bei 24° das spec. Gewicht 1-083 be* ltztund in der Kälte zu einer bei — 22° schmelzenden Masse erstarrt. *°unreinem Zustand verpufft er leicht schon bei wonig erhöhter Temperatur,)in ganz reinem Zustand dagegen können kleine Mengen (2—3g) aus den»Oelbad unzersetzt destillirt werden und gehen unter 720 mm Druck be140—141° über. Kalium und Natrium lösen sich in dem Diazoester unteWasserstoffentwickelung auf; der Ester löst sich seinerseits in wässrige 1Alkalien und Ammoniak und kann diesen Lösungen kurz nach ihrer oreitung mit Aether wieder entzogen werden, während bei längerer & nWirkung die S. 843 besprochenen Umwandlungsprodukte entstehen; dieErscheinungen und die Existenz der schön krystallisirenden, sehr expsiven Quecksilberverbindung Hg^N^CO^C^H-^ zeigen, dass der Diazo-essigester ein durch Metallatome vertretbares Wasserstoffatom enthal •
Seine Natur als Diazoverbindung giebt der Ester in zahlreicnEeactionen zu erkennen, die unter Entwickelung des Stickstoffgehalts
' Cortiub, Hör. 16, 2230 (1883); 17, 953 (1884); 18, 1283, 1302 (1885); >1632 (1887) J. pr. |2] 38, 396 (1888). — Büchner u. Cürtius, Bit. 18, 2871, 23^(1885). - Büchner, Her. 21, 2637 (1888); 22, 842 (1889). Ann. 273, 214 (189-)-"Cortiüs u. Lang, J, pr . j2| 38, 531 (1888).
' Nomenclatur vgl. Curtius, J. pr. |2| 44, 96 (1891).