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Palmitinsäure, Stearinsäure.
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genauere Kenntniss dieser Säuren verdankt man in erster Reihe der aus-führlichen Untersuchung der Fette durch Heintz 1 .
Die Palmitinsäure ist auch im Pflanzenreiche verbreitet. DasPalmöl enthält ihr Glycerid; hieraus wurde die Säure zuerst rein isolirt 2und hat von diesem Vorkommen ihren Namen erhalten. Das „japanischePflanzenwachs" besteht fast ausschliesslich aus dem Glycerid der Pal-mitinsäure und bildet das beste Ausgangsmaterial zu ihrer Gewinnung 3 .Myrica cerifera enthält viel freie Palmitinsäure neben dem Glycerid 4 .Das Glycerid findet sich ferner im Cocosnussöl 5 und im chinesischenTalg 0 (aus den Früchten von Stillingia sebifera).
Als Ester des Cetylalkohols findet sich die Palmitinsäure im Wall-rath 7 , als Ester des Myricylalkohols im Bienenwachs 8 ; sie bildet fernereinen Hauptbestandteil des Leichenwachs 11 . Erwähnt sei endlich ihreEntstehung beim Erhitzen von Cetylalkohol mit Kalikalk 10 (vgl. S. 169)ü öd beim Schmelzen von Oelsäure mit Aetzkali 11 .
Zur Gewinnung der Stearinsäure kann man die „Stearinsäure"des Handels benutzen, welche ein Gemenge von Palmitinsäure undStearinsäure darstellt; man fällt die heisse alkoholische Lösung von4 Theilen derselben mit einer heissen alkoholischen Lösung von 1 TheilMagnesiumacetat; es wird fast reine stearinsaure Magnesia nieder-geschlagen, aus welcher die freie Säure durch kochende Salzsäure ab-schieden, darauf durch Umkrystallisiren aus Alkohol gereinigt wird. Eingutes Ausgangsmaterial stellt auch die aus Westafrika stammende»Sheabutter" — ein Pflanzenfett — dar 12 ; dasselbe enthält von Fett-säuren ausschliesslich die Stearinsäure, daneben nur noch die leicht durch■"■ ^pressen von der Stearinsäure zu trennende Oelsäure.
Von grosser Wichtigkeit sind die Salze der Palmitinsäure undStearinsäure; ihre Alkalisalze sind in den „Seifen" enthalten, undz war in d en weichen Seifen die Kalisalze, in den festen Seifen dieNatronsalze. Diese Alkalisalze der höheren Fettsäuren sind in Wasserleicht löslich; in verdünnter Lösung aber erleiden sie eine theilweise^Paltung; es entsteht einerseits freies Alkali, andererseits ein schwer-lösliches saures Salz, welches sich abscheidet und mit dem Wasser^ in en starken Schaum bildet. In diesem Verhalten ist die reinigendeWirkung der Seifen begründet; das freie Alkali wirkt auf die fettartigen,Cie m Zu wasc h ent len Objecte anhaftenden Körper lösend ein, der Schmutzwir d dadurch losgelöst, und der Seifenschaum trägt durch Einhüllen des-
' •>■ 1"-. 66, 1. 2 Främy, Ann. 36, 44.
t 8 Stahmer, Ann. 43, 335. — Kkaitt. Ber. 21, 2265. — Hell u. Jordanoff,ßer - 24, 988.
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