Spiritusbrennerei (Kartuffehpiritus).
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+ 3 bis 4° und nicht über +40° liegt. Die Zersetzung des Zuckers er-folgt nicht streng nach der Gleichung:
C 8 H, s O, -= 2C,H,0 + 2CO S)
bezw. C I2 H 22 O u + H 2 0 = 4C 2 H c O + 4C0 2 ;
neben Alkohol und Kohlensäure sind kleine Mengen von Bernsteinsäure(auf 100 TL Zucker durchschnittlich 0-4 bis 0-7 Th.) und Glycerin (2-5 bis0 °/o) normale Gährungsprodukte. Es entstehen ferner stets bei denalkoholischen Gährungen der Praxis andere Verbindungen als Neben-produkte: Homologe des Aethylalkohols, Fettsäuren, zusammengesetzteAether, Aldehyd. Man fasst diejenigen Nebenprodukte, welche höherals der Aethyjalkohol sieden und demnach bei der unten näher zu be-sprechenden Destillation des Rohprodukts den Nachlauf bilden, gewöhn-lich unter der Bezeichnung Fuselöl zusammen; die Fuselöle von ver-schiedenem Rohmaterial sind verschieden zusammengesetzt; manche —w ie z. B. das Weinfuselöl — haben angenehmen Geruch und GeschmackU "<1 ertheilen den sie enthaltenden Getränken (z.B. Cognac) ihren Werth,andere Fuselöle — wie das Korn- und Kartoffelfuselöl — riechen widrigund unangenehm. Die Bedingungen ihrer Entstehung sind noch nichtklargestellt.
Als wichtigster Rohstoff der Spritbrennerei wurde oben die Kar-«>nel bezeichnet; es gilt dies wenigstens für Deutschland, und die Ge-
innung des Spiritus aus Kartoffeln sei daher zunächst besprochen.
ie Kartoffel enthält an sich nicht den Zucker, aus welchem durchirung Alkohol erzeugt werden kann, wohl aber in grosser Menge ein
atenal, welches leicht in gährungsfähigen Zucker übergeführt werden<ann. Fs ist dieses das Stärkemehl (C ( .H 10 () S ) X , welches unter der^inwirkung der Diastase — eines ungeformten Ferments, das sich im« alz (der keimenden Gerste) findet — in einen Maltose genannten ZuckerSH 22 () n ( e t wa 80°/ 0 ) und in Maltodextrin ü 30 H C2 O 31 (etwa 20%) zer-""t; ersterer ist direct gährungsfähig, während das Maltodextrin ann? ^ urc li Hefe zwar nicht vergohren wird, bei der langen Dauer des^•ou-ungsprocesses aber durch eine Nachwirkung der noch vorhandenen
lastase doch in eine gährungsfähige Zuckerart verwandelt zu weiden_ leint u ud daher auch in die Gährung hineingezogen wird. Bei der^Pi'iterzeugung handelt es sich demnach zunächst um die Verzuckerungder Stärke durch Diastase. Die Kartoffeln werden in geschlossenenApparaten mit gespanntem Dampf von 140—150° behandelt, nach deryarapfung lässt man die Füllung plötzlich durch ein Ventil austreten;uer Druck gleicht sich nun mit dem der Atmosphäre aus, und aus demti Whitzten Zellsafte der Kartoffel entwickelt sich gewaltsam Dampf,Wodurch die Kartoffeln in eine homogene dünnbreiige Masse verwandeltWerden. Fs folgt nun die Einmaischung dieses stärkemehlhaltigen^aterials mit dem zur Verzuckerung dienenden Malz, welche in mitfuhrwerken versehenen Apparaten (Maischbottichen) geschieht. Für die
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