Krystallisation.
111
und unten zugekniffenen Rolle Filtrirpapier umhüllt, hineinbringt; andieses weitere Glasrohr schliesst sich ein in der aus der Figur ersicht-lichen Weise gebogenes Capillarrohr. Der Apparat functionirt nun in fol-gender Weise: Bringt man die im Kölbchen a befindliche Flüssigkeit zumSieden, so steigen die Dämpfe durch den Glasmantel b in den Kühlerund condensiren sich dort; die condensirte Flüssigkeit tropft in den Glas-einsatz d, wird durch die umgebenden Dämpfe nahezu auf der Siedetem-peratur erhalten und bewirkt den Lösungsprocess; hat sich soviel Lösungangesammelt, dass ihr Niveau den obersten Punkt des Capillarrohrs von dzu übersteigen beginnt, so wirkt letzteres als Heber, und die Lösungfliesst durch dasselbe aus dem Glaseinsatz in das Kölbchen ab. Dernunmehr entleerte Glaseinsatz d beginnt sich sofort wieder zu füllen, esbeginnt ein neuer Lösungsprocess und dauert an, bis die Lösung wiederdas Niveau erreicht hat, bei welchem sie abgehebert wird; dann folgtsin dritter Lösungsprocess u. s. w. — Als Kühler könnte man einLiEBia'sches Kühlrohr anwenden; da der Apparat aber dann durch seineHöhe unhandlich würde, benutzt man besser einen SoxHLET'schen Kugel-kühler aus Metall, dessen Construction aus dem durch Fig. 46c dar-gestellten Durchschnitt ersichtlich ist; durch das Röhrchen a wird Kühl-wasser in den inneren Raum c geleitet, durch b fliesst es ab; die Dämpfegelangen in den Hohlraum d und condensiren sich dort, indem sie vonmnen durch das Wasser, von aussen durch die Luft gekühlt werden.
Die Reinigung fester Substanzen geschieht, wenn es angeht,durch Krystallisation; man löst die zu reinigende Substanz in einemgeeigneten Lösungsmittel auf. filtrirt von etwa ungelöst gebliebenen An-taeilen und überlässt die Lösung der Krystallisation. Bei dieser Gelegen-heit hat man oft heisse Lösungen zu filtriren, welche schon bei geringerAbkühlung Krystalle absetzen und daher während der Filtration heisserhalten werden müssen, damit nicht das Filter und das Ablaufrohrdes Trichters sich verstopfen, und die weitere Filtration dadurch gehindertWlr d. Bei kleineren Mengen kann man dies meist verhüten, wenn man■Trichter anwendet, deren Ablaufrohr abgeschnitten (Fig. 47)ls t, diese Trichter vor dem Aufgiessen der Flüssigkeitüber einer Flamme etwas anwärmt und durch Benutzungeines Faltenfilters aus sehr durchlässigem Papier für mög-lichst rasche Filtration sorgt. Für grössere Mengen be-dient man sich der Heisslufttrichter oder Heiss-wassertrichter, in welchen der Trichter dauernd wäh-rend der Filtration warm erhalten wird.
Die Krystallisation aus der Lösung wird entwederdurch Abkühlung oder durch Verdunstung hervor-gerufen. Ersteres Verfahren — das bei weitem bequemere -- kann an-gewendet werden, wenn die Löslichkeitsdifferenz im heissen und kaltenLösungsmittel beträchtlich ist; bei seiner Ausführung ist vor Allem zu
Fig. 47.
Abgeschnittener
Trichter mit
Faltenfilter.