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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Aetherische Oele.

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l*icen, C 22 H 14 , ist ein Bestandteil der hochsiedenden Anteile^ desBraunkohlenteers und des kalifornischen Petroleums. Farb-lose, blaufluoreszierende, bei 35U° schmelzende Blättchen, inden meisten Lösungsmitteln fast unlöslich.

Aetherische Oele.

Die ätherischen Oele sind Gemenge chemisch verschie-dener, flüchtiger Verbindungen. Sie besitzen starken Geruchund kommen besonders im Pflanzenreich fertig gebildet vor. Dieüberwiegende Mehrzahl der ätherischen Oele gehört ihrer che-mischen Natur nach zu den aromatischen Verbindungen odersteht in naher Beziehung zu denselben. Trotzdem können sienicht gut diesen eingereiht werden, da sie keine einheitlichenchemischen Verbindungen, sondern Gemenge verschiedener, teil-weise noch unvollkommen erforschter Körper darstellen. Da-gegen sind ihnen gewisse äusserliche, meist physikalische Merk-male mehr oder weniger eigentümlich.

In den überwiegend meisten Fällen kommen die ätherischen°ele, wie erwähnt, im Pflanzenreiche fertig gebildet vor.Sie bedingen gewöhnlich den aromatischen Geruch der Pflanzen.In - einigen Pflanzen bzw. Pflanzenteilen linden sich jedoch diebetreffenden ätherischen Oele nicht fertig gebildet vor, sondernsie entstehen erst durch den Zerfall anderer der Pflanze an-gehörender, geruchloser Verbindungen. Dies ist meistens dannder Fall, wenn die betreffenden Pflanzenteile genügend zer-kleinert mit kaltem Wasser in Berührung kommen und die darinenthaltenen, an sich geruchlosen Bestandteile durch Einwirkungy on Enzymen eine Spaltung erleiden. Dieser letzteren Artätherischer Oele, den sogenannten Fermentolen, ist z. B. dasätherische Bittermandelöl und das ätherische Senföl zuzurechnen.

Die an ätherischem Oel reichen Pflanzen enthalten dasselbeschon im jugendlichen Zustande in beträchtlicher Menge. Esnimmt bei ihnen bis zum Beginn der Blütezeit der Gehalt anRiechstoffen noch zu. Darauf vermindert er sich sowohl pro-zentual als auch absolut, weil eine gewisse Menge davon m derPflanze während der Befruchtung aufgebraucht wird. Wennau -ch zu dieser Periode eine Neubildung von Riechstoffen inder Pflanze stattfindet, so kann dieselbe doch den Verbraucha n solchen nicht decken.