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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Holzteer.

lauge gewaschen, mit Wasserdampf übergeblasen und dannin gut wirkenden Kolonnenapparaten (Fig. 21) einer sorgfältigenfraktionierten Destillation unterworfen. Als Vorlauf erhältman dabei etwas Schwefelkohlenstoff, dann folgt das Benzol,das als Krystallbenzol, innerhalb eines Grades, zwischen 80 bis81° übergehend und bei Winterkälte krystallinisch erstarrend,sowie als sog. 90er Benzol, zu 90°/ 0 bis 100° siedend, in denHandel kommt.

Aus den höhersiedenden Anteilen des Benzolrolldestillateswird in ähnlicher Weise wie das Benzol, das Toluol hergestellt.Die zwischen 130150° siedenden Kohxylole, sowie die um150200° siedenden Kohlenwasserstoffe, welche aus demMittelölin grösserer Menge gewonnen werden, dienen als Lösungsmittelvon Fetten und Harzen, die letzteren besonders auch zum Aus-waschen des Benzols aus den Koksofengasen.

Mittelöl und Schweröl werden nochmals fraktioniert, wobeiausser einem zum Leichtöl gehenden Vorlauf und einemzum Anthracenöl gehenden Nachlauf zwei Fraktionen erhaltenwerden, das zwischen 180200° siedende Karbolöl, welches dasPhenol und die Kresole enthält, und das über 200° siedende,wesentlich aus Naphtalin bestehende Naphtalinöl. Ueber derenweitere Verarbeitung siehe S. 423.

Im Anschluss an den Steinkohlenteer sei noch einiges überarzneilich verwendete Holzteere mitgeteilt.

Pix liquida, Holzteer, der durch trockene Destillation aus demHolze von Abietineen, vornehmlich der Pinus sylvestris und Larixsibirica gewonnene Holzteer, bildet eine dickflüssige, braunschwarze,durchscheinende, etwas körnige Flüssigkeit von eigentümlichem Ge-rüche, in welcher sich bei mikroskopischer Betrachtung kleine Krystallevon Brenzcatechin, C 6 H 4 (OH) 2 , erkennen lassen. Der Nadelholzteerenthält besonders zweiatomige Phenole und deren Abkömmlinge, wieGuajakol und dessen Homologe. In absolutem Alkohol ist er voll-ständig, in Terpentinöl zum Teil mit braungelber Farbe löslich. Holz-teer sinkt in Wasser unter. Durch Schütteln von 1 T. Holzteer mit10 T. Wasser erhält man eine gelbliche Flüssigkeit, welche nach Teerschmeckt und riecht, sauer reagiert, nach dein Verdünnen mit Wasservon Eisenchlorid grünbraun gefärbt wird und nach dem Zumischendes gleichen Raumteils Kalkwasser sich dunkelbraun färbt. DieseReaktion beruht auf der durch den Luftsauerstoff eintretenden Oxy-dation der vorhandenen Phenole in alkalischer Lösung.

Aqua Picis, Teerwasser, 1 T. Holzteer wird mit 3 T. grob ge-pulvertem, zuvor mit Wasser ausgewaschenem und wieder getrock-netem Bimsstein gemischt. Von dieser Mischung werden 2 T. mit 5 1