Benzoltheorie.
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Die Prismenformel trägt dem Vorhandensein von Doppel-bindungen nicht Rechnung, die in den teilweise reduzierten Benzol-kernen der Di- und Tetrahydroadditionsprodukte nachgewiesensind und vermag auch die oben angeführten Bildungsweisenvon Benzolderivaten nicht so gut zu illustrieren, wie die Kekuli-sche Formel. Die Diagonalformel mit diagonalen oder zentralenBindungen gibt über die Isomerieverhältnisse der Benzolderivateguten Aufschluss. Wenn sie aber das beliebige Stattfinden para-und orthoständiger Additionen erläutern soll, so geht sie tat-sächlich damit in die zentrische Formel über, bei der die viertenValenzen als zentral gerichtet gedacht werden, ohne dass einedirekte zentrische Bindung angenommen wird.
Den experimentellen Nachweis der Gleichwertigkeit der6 Wasserstoffatome des Benzols hat Ladenburg auf folgendemWege geführt. Ersetzt man im Phenol,
COH
CH^i^CH
CH
6,3
CH
CH
welches das Tlydroxyl am Kohlenstoffatom 1 enthalten soll, diesesdurch Einwirkung von Bromphosphor durch Brom, und führt mandurch Behandeln mit Magnesium und Kohlensäure für das BromCarboxyl ein, so erhält man Benzoesäure, C 6 H 5 .COOH, die dasCarboxyl am Kohlenstoffatom 1 enthält.
Die drei Oxybenzocsäuren lassen sich aus der Benzoesäureherstellen oder in dieselbe überführen. Die drei Oxybenzoc-säuren enthalten also das Carboxyl auch am Kohlenstoft'atom 1,Und das Ilydroxyl bezüglich an den Kohlenstoffatomen 2, 3 und 4.
Spaltet man aus den drei Oxybenzocsäuren Kohlendioxydab, so liefern alle drei dasselbe Phenol, es ist also gleichgültig,°b das Hydroxyl beim Phenol am Kolilenstoffatom 1, 2, 3 oder 4steht, oder mit andern Worten die Kohlenstoffatome 1, 2, 3 und 4si nd chemisch gleichwertig. Nun ist aber 1,2-Stellung iden-tisch mit 1,6- und 1,3- mit 1,5-Stellung, mithin sind alle sechsWasserstoffatome des Benzols gleichwertig.
Während sich vom Benzol nur je eine Monoverbindungableitet, kennt man, wie schon erwähnt, je drei Disubstitions-produkte, gleichgültig, ob die Substituierenden gleich oder un-gleich sind. Stehen die Substituierenden an den Kohlenstoff-atomen 1 und 2, so bezeichnet man das Derivat als Ortho-verbindung, stehen sie an 1 und 3, als Metaverbindung, stehen