Cellulose.
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Zur Cellulosefabrikation dient besonders Stroh, Espartograsund Holz. Man benutzt zur Entfernung der inkrustierenden Sub-stanzen das Natronverfahren oder das Sulfltverfahren.
Beim Natron verfahren werden die genannten Materialien,das Holz von Tannen, Fichten, Espen und Linden, seltener vonBirken und Buchen, nachdem es von Rinde und Aesten befreitund zu Holzschliff' zerkleinert ist, mit verdünnter Natronlaugein Druckkesseln aus Eisenblech bei 6—8 Atmosphären (160—170°)einige Stunden gekocht. Mehrere Kessel sind zu einem Systemverbunden, so dass die Lauge vom ersten in den zweiten Kesseltritt, von da in den dritten gelangt, u. s. f. Umgekehrt wird derZellstoff erst mit der schmutzigen, vom vorhergehenden Kesselkommenden Lauge, allmählich mit reinerer und zuletzt mitfrischer Lauge behandelt. Die Cellulose wird dann durch Waschennilt Wasser von anhaftender Lauge befreit und, weil sie weich undwenig widerstandsfähig ist, meist mit Papiermasse aus Lumpengemischt zu Papier verarbeitet.
Das Sulfltverfahren liefert ein härteres, wertvolleres Material.Dabei wird das Rohmaterial mit einer Lösung von Calcium oderMagnesiumbisulttt gekocht. Die Sulfitlauge stellt man her, indemWan in mit Bleiblech ausgeschlagene Türme, die Kalkstein ent-halten, unten Schwefeldioxyd einleitet und von oben den Kalk-stein mit Wasser berieselt; der Betrieb wird so geleitet, dasseine Lösung resultiert, die etwa 30 gr S0 2 im Liter enthält unddirekt gebrauchsfertig ist. Das Kochen wird in innen verbleiten,mit feuerfesten Steinen ausgekleideten Kochern bei drei Atmo-sphären (120°) Druck vorgenommen. Je nach der Grösse derKocher, die bis 100 cbm Holz fassen, dauert eine Charge bisz u fünf Tagen. Dann wird das überschüssige Schwefeldioxyd indie Kalksteintürme entlassen, die Lauge abfiltriert und die ineiner Ausbeute von 40 und mehr Prozent des angewendetenHolzes gewonnene Cellulose aus dem Kocher entleert, mit Wassergründlich gewaschen und in Filterpressen gesammelt. Einengrossen Uebelstand bildet die noch ungelöste Frage der Ver-wertung der Abfallaugen bei dem Sulfitcelluloseprozess.
Wossypium depuratum, gereinigte Baumwolle, bildet die weissenentfetteten Haare der Samen von Cossypiumarten. Gereinigte Baum-wolle soll von harten Flocken und braunen Samenteile»! frei oder fastfr ei sein. Mit Wasser durchfeuchtet, soll sie Lakmuspapier nicht ver-ändern. Der mit siedendem Wasser bereitete Auszug (1 = 10) darfdurch Silbernitrat, Baryumnitrat oder Ammoniumoxalatlösung höchstensopalisierend getrübt werden — aus den Bleichmitteln herrührende Restev "n Chloriden, Sulfaten und Kalkverbindungen. Die in 10 T. des Aus-