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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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358
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358 Milchzucker.

1 cc derselben Mischung soll, nach Zusatz der fünffachen Menge Wein-geist, nur schwach getrübt werden; stärkere Trübungen würden beireichlichem Dextringehalt des Honigs sich zeigen.

Zum Neutralisieren von 10 gr Honig sollen, nach dem Verdünnenmit der fünffachen Menge Wasser, nicht mehr als 0,5 cc Norm. Kalilaugeerforderlich sein. Die freie Säure des Honigs ist im wesentlichen Ameisen-säure. Durch die vorstehende Titration werden 0,23% freie Ameisen-säure angezeigt.

Gährender Honig enthält mehr Säure (Essigsäure). 10 gr Honigsollen beim Verbrennen nicht mehr als 0,04 gr Asche hinterlassen.

Mel depuratum, gereinigter Honig, wird hergestellt, indem 2 T.Honig im Wasserbade mit 3 T. Wasser eine Stunde lang erwärmt, nachdem Abkühlen auf etwa 50° durch dichten Flanell geseiht und durchmöglichst beschleunigtes Einengen im Wasserbade bis zum spezifischenGewicht 1,33 gebracht wird. Er ist im durchfallenden Licht klar, vonangenehmem Honiggeruch und, in 20 min dicker Schicht betrachtet,von gelber, allenfalls etwas bräunlicher Farbe. Er wird ähnlich wieHonig geprüft, soll aber nur höchstens 0,18°/ 0 Ameisensäure enthalten.

Milchzucker, Laktose, Laktobiose,

Molekulargewicht = 360,24.CH 2

CH_0-/ I/ CHOH

O CHOH

CHICHOH

I

CHOH

|

CHOH hH 2 0

CHOH

ICHOH

I

CH 2 OH CHO

Milchzucker kommt in der Milch der Säugetiere, bisweilenin pathologischen Harnen vor und ist 1615 von Fabricio Barto-letti entdeckt. Kuhmilch enthält etwa 4°/ 0 Milchzucker.

Die durch Zentrifugieren von Milch gewonnene Magermilchliefert bei der Behandlung mit Lab behufs Abscheidung desKaseins süsse Molken, die das Rohmaterial für die Milchzucker-gewinnung sind. Die süssen Molken werden im Vaccuum ein-gedampft, der in der Kälte allmählich auskrystallisierte roheMilchzucker in der doppelten Menge kochendem Wasser gelöst,die Lösung mit etwas Alaun geklärt, durch Tierkohle entfärbtund abermals im Vacuum zur Krystallisation eingedampft.