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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Traubenzucker.

oxydiert werden kann. Diese Säure lässt sich mit Hilfe desStrychninsalzes in die optisch-aktiven Modifikationen spalten.d-Mannonsäure lagert sich beim Erhitzen mit Pyridin undWasser teilweise in d-Glukonsäure um, welche mit Natrium-amalgam zu Traubenzucker reduziert wird.

Traubenzucker entsteht durch Hydrolyse des Rohrzuckers(neben Fruchtzucker), des Milchzuckers (neben Galaktose), derMaltose, der Stärke, Cellulose u. s. w.

Technisch wird Traubenzucker aus Stärke hergestellt undkommt in drei Formen in den Handel, als Kistenzucker, alstechnisch reiner krystallisierter Traubenzucker und als Stärke-syrup.

Zur Darstellung des Kistenzuckers, eines festen aber dex-trinhaltigen Stärkezuckers, werden 100 T. Stärke mit 200 bis300 T. einer etwa l 1 l s °l 0 igen verdünnten Schwefelsäure inoffenen verbleiten Holzbottichen mittels Dampf zum Sieden er-hitzt und zwar derart, dass die Säure mit einem Teil desWassers zum Sieden erhitzt und nun die Stärke mit dem Restdes Wassers so eingetragen wird, dass die Flüssigkeit nicht ausdem Sieden kommt. Nach etwa fünfstündigem Kochen ist dieUmwandlung beendet. Man neutralisiert mit Kalk, zieht dieLösung von dem ausgeschiedenen Gyps ab und dampft sie imVacuum so weit ein, dass sie beim Eingiessen in Kisten er-starrt. Der Kistenzucker enthält neben 20°/ 0 Wasser etwa 68°/ 0Stärkezucker und etwa 12°/ 0 dextrinartiger Stoffe.

Der technische krystallisierte Stärkezucker wird hergestellt,indem die Stärke mit etwa 1 / 2 °/oig' er Schwefelsäure im Auto-klaven auf 120° erhitzt wird. Dabei erhält man, wenn manweiter wie oben verarbeitet, bei Verwendung reinster Stärkeeinen Syrup, welcher verkocht einen körnig krystallinischenTraubenzucker mit etwa 95°/ 0 Reingehalt liefert. Dieser wirdähnlich wie der rohe Rübenzucker (S. 342) raffiniert und liefert,auf Korn gekocht, ein fast chemisch reines Produkt.

Behufs Darstellung des Stärkesyrups oder Kapillärsyrupswird die Inversion der Stärke absichtlich nicht zu Ende ge-führt, indem man kürzere Zeit mit der Säure kocht. Man er-hält so eine stark dextrinhaltige Lösung, welche deshalb beimErkalten nicht fest wird, sondern syrupförmig bleibt. Sie wirddurch Filtration durch Tierkohle entfärbt.

Traubenzucker und Stärkesyrup dienen auch zur Herstel-lung der Zucker'coulem; indem man dieselben, oft unter Zusatzvon etwas Soda, in eisernen Kesseln auf 220° erhitzt.

Traubenzucker krystallisicrt aus Wasser oder aus Alkoholbei gewöhnlicher Temperatur mit 1 Molekül Krystallwasser in