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Senföle.
Die Senföle sind farblose, in Wasser nahezu unlösliche,destillierbare Flüssigkeiten, welche stechend riechen, zu Tranenreizen und auf der Hand Blasen ziehen.
Beim Erhitzen mit Salzsäure auf 100° oder mit Wasserauf 200° zerfallen sie in Kohlendioxyd, Schwefelwasserstoff undein primäres Amin:
S=C=N.C 2 H 5 + 2H 2 0 = C0 2 + H 2 S +- NH 2 .C 2 H 5Aethylsenföl Aethylamin.
Beim Erwärmen mit massig verdünnter Schwefelsäureliefern sie Kohlenoxysulfld und ein Amin:
S=C=N.C 3 H 5 + H 2 0 =- C80 + NH 2 C 3 H BAllylsenföl Kohlenoxysulfld Allylamin.
Naszierender Wasserstoff (Zink und Salzsäure) spaltet dieSenföle in primäres Amin und Trithiomethylen, das durch Poly-merisation aus Thioformaldehyd entstanden sein dürfte:
3SCNC $ H 8 + 12 H = 3NH 2 C 3 H 5 + (CH 2 S) 3Allylsenföl Allylamin Trithiomethylen.
Erhitzt man die Senföle mit absolutem Alkohol oder mitalkoholischer Kalilauge, so werden sie nicht verseift, sondernliefern Thiourethanderivate:
/NH.C 3 H 5SCNC S H 6 + CsjlLj.OH = CS
vOCjHe
Allylsenföl Allylthioäthylurethan.
Mit Ammoniak und mit Aminen vereinigen sie sich zualkylierten Thioharnstoffen:
/NH.C 3 11 5S=C = N.C 3 H 5
NH,
Ammoniak
= CSsNH 2
Allylthioharnstoff.
Allylsenföl
Kocht man die alkoholische Lösung der Senföle mit Queck-silberoxyd, so wird der Schwefel durch Sauerstoff ersetzt, derentstehende Isocyansäureester liefert aber mit Wasser sogleicheinen Dialkylharnstoff:
HgO =
SCNC 2 H 6 +Aethylsenföl
0CNC,H 8 +
Aethylisocyanat
H.0 =
HgS
CO,
+ OCNC 2 H 5
Aethylisocyanat.
NH 2 .C 2 H 6Aethylamin.
NH 2 C 2 H 8
Aethylamin
+ OCNC,H 5 =Aethylisocyanat
/NH(C 2 H B )CO
<NH(C 2 H 5 )Diäthylharnstoff.