318
Thiocyansäureester.
gegen Vio Normal-Silberlösung unter Verwendung von Eisenalaun alsIndikator in stark salpetersaurer Lösung einzustellen.
Mercurirhodanat, (NCS) 2 Hg, vergrössert beim Verbrennen sein Vo-lumen stark und dient daher zu den sog. Pharaoschlangen.
Silberrhodanat, NCSAg. ist ein weisser, in verdünnter Salpetersäureunlöslicher Niederschlag.
Konzentrierte Schwefelsäure zersetzt die Sulfocyanate inKohlenoxysulfid und Ammoniak:
NCSH + H 2 0 = COS + NH 8Rhodan Wasserstoff Kohlenoxysulfid.
Thiocyansäureester, Aljiylrhodairide, N=C.S.K.
Die normalen Sulfocyahsäureester entstehen durch Destil-lation von Ehodankalium mit alkylschwefelsaurem Salz oderHalogenalkyl:
= S0 4 K 2
NCSK +Rhodankalium
NCSK +Rhodankalium
S0 4 KC 3 H 5
C 2 H 5 J =
KJ
+
;
NeC.S.C 2 H 5Rhodanäthyl.
N=C.S.C S H,Rhodanäthyl.
Sie entstehen ferner durch Einwirken von Chlorcyan aufdie Merkaptide:
C 2 H 5 .S.K + CNCI = KCl + C,H S .8.CN
Kaliumäthylmerkaptid Rhodanäthyl.
Die Thiocyansäureester sind farblose, in Wasser nicht lös-liche, lauchartig riechende, destillierbare Flüssigkeiten, welcheindessen beim Erhitzen sich oft in die isomeren Senföle um-lagern (S. 319). Durch alkoholische Kalilauge werden sie verseift.NCSC 3 H S + KOH = NCSK + C s H 5 .OH
Rhodanallyl Rhodankalium Allylalkohol.
Durch naszierenden Wasserstoff (Zink und Schwefelsäure)werden sie in Merkaptane und Cyanwasserstoff gespalten, dasAlkyl ist mithin an den Schwefel gebunden:
NCSC 2 H 5 + 2H = HCN + C 2 H S .SH
Rhodanäthyl Blausäure Aethylmerkaptan.
Dieser Sehluss wird auch dadurch bestätigt, dass dießhodanester durch kochende Salpetersäure unter Abspaltung derCyangruppe zu Alkylsulfosäuren oxydiert werden:
NCS. CgH 6 ___2___ ► C 2H 5 ■ S0 3 H
Aethylrhodanid Aethylsulfosäure.