Ferrocyankalium.
311
+ 2KCN
+ Fe(CN) 6 K 4Ferrocyankalium.
Es entsteht zuerst Cyankalium, das sich mit der Eisenverhindungzu Ferrocyankalium verbindet:
CO s K 2 + 4C + 2N = SCO
6KCN + C0 3 Fe = C0 3 K„
Cyankalium Ferroearbonat
Aus der Schmelze laugt man das gelbe Blutlaugensalz mitheissem Wasser aus und reinigt es durch TJmkrystallisieren.Der unlösliche kohlehaltige Rückstand dient ähnlich der Knochen-kohle unter dem Namen Schwärze oder Satzpulver als Entfär-bungsmittel. Eine wichtige Quelle für die Gewinnung vonFerrocyankalium bildet das rohe Leuchtgas und die Koksofen-gase der Kokereien. Behufs Entschwefelung wird das Leucht-gas mit der Larhingschen Masse in Berührung gebracht, alswelche jetzt meist einfach Eisenhydroxyd dient (S. 385). Dieabgebrauchte Gasreinigungsmasse enthält neben Schwefel Rho-danammonium, Ferrocyanammonium und Berlinerblau. Beim Aus-laugen der Masse mit warmem Wasser erhält man eine Lösung,aus der Rhodanammonium gewonnen wird. Den unlöslichen Rück-stand kocht man mit Kalkmilch, welche das Berlinerblau unterBildung von wasserlöslichem Ferrocyancalcium zersetzt. DieLösung dieses Salzes wird mit Chlorkaliumlösung erhitzt, wobeidas unlösliche Kaliumcalciumferrocyanid, Fe(CN) c CaK 2 , ausfällt.Dieses Doppelsalz liefert beim Digerieren mit Pottasche einenNiederschlag von Calciumcarbonat und eine Lösung von Ferro-cyankalium, welche zur Krystallisation gebracht wird. Der Schwefelder von Cyanverbindungen befreiten Reinigungsmasse wird ent-weder mit Schwefelkohlenstoff extrahiert oder auf Schwefelsäureverarbeitet.
Besser wird das Steinkohlengas nach dem Verfahren vonBueb vor der Entschwefelung dadurch von Cyanverbindungenbetreut, dass man es mit einer Eisensalzlösung wäscht. Manerhält so einen Schlamm unlöslicher Eisencyanverbindungen, derin Filterpressen gesammelt und auf Ferrocyankalium verarbeitetwird, während die Gasreinigungsmasse frei von Cyanverbin-dungen bleibt und daher einen höheren Schwefelgehalt erreicht.
1 cbm Leuchtgas aus englischen Kohlen liefert so 7,4 gr,aus oberschlesischen Steinkohlen 4 gr Ferrocyankalium.
Kleine Mengen von Ferrocyankalium werden bei der Pott-aachedarstellttng nach dem Leb'lancschen Verfahren infolge desStickstoffgehaltes der Steinkohle als Nebenprodukt gewonnen.
Kalium ferroeyanatnm, Kaliumferrocyanid, bildet wohlausgebil-dete gelbe oder orangegelbe quadratische Oktaeder, welche sich m4 T. kaltem, in 2 T. siedendem Wasser, nicht in Weingeist losen. Die