310
Ferrocvankalium.
Knallsilber, CNOAg, Silberfulminat, ist noch explosiver, als dasQuecksilbersalz.
Fnlminiirsäure, Nitrocyanacetamid, CN.CH(N0 2 ).C';; H , ein Poly-
raeres der Knallsäure, entsteht in Form ihres Kaliumsalzes beim Kochen vonwässriger Chlorkaliumlösung mit Knallquecksilber.
Ferro- und Ferri-Cyaiiverbinduiigen.
Die Ferro- und Ferri-Cyanverbindungen kann man ableitenvon der hypothetischen Tricyanwasserstoffsäure:
H-C=N-C-H
l II
N=C-N
I
H
Ersetzt man in zwei Molekülen Tricyanwasserstoffsäure zweiWasserstoffatome durch ein Ferroatom, so entsteht der vier-wertige Ferrocy an Wasserstoff, substituiert man aber für dreiWasserstoffatome ein Ferriatom, so erhält man den dreiwertigenFerricyanwasserstoff:
ie XCN) 3 =H 2Ferrocy an Wasserstoff
Ferricyanwasserstoff.
Die Ferro- undFerricyanide sind komplexe Salze (I. Anorg.T.,S. 394). Sie sind nicht giftig. Die Salze der Alkali- und Erdalkali-metalle sind löslich, die übrigen sind unlöslich. Durch konzentrierteSchwefelsäure werden sie unter Entwicklung von Kohlenoxydvöllig zersetzt. Die Ferroverbindungen werden durch Oxydations-mittel in Ferriverbindungen übergeführt. Salpetersäure undsalpetrige Säure erzeugen aus Ferro- und Ferriverbindungenzunächst Nitroprussidverbindungen, bei längerer Einwirkung trittZersetzung ein.
Ferrocyankalium, Fe(CN) 6 K 4 -f 3H 2 0.
Ferrocyankalium, gelbes Blutlaugensalz, dessen BildungDippel (1710) zuerst beobachtete, wurde früher ausschliesslichdurch Schmelzen von stickstoffhaltigen tierischen Abfällen, vv,eHörn, Hufen, Klauen, Haaren, Wollabfällcn mit Pottasche undEisen oder Spateisenstein gewonnen. Dabei muss der Zutn^sauerstoffhaltiger Flammengase zur Schmelze vermieden werden.