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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Ferrocvankalium.

Knallsilber, CNOAg, Silberfulminat, ist noch explosiver, als dasQuecksilbersalz.

Fnlminiirsäure, Nitrocyanacetamid, CN.CH(N0 2 ).C';; H , ein Poly-

raeres der Knallsäure, entsteht in Form ihres Kaliumsalzes beim Kochen vonwässriger Chlorkaliumlösung mit Knallquecksilber.

Ferro- und Ferri-Cyaiiverbinduiigen.

Die Ferro- und Ferri-Cyanverbindungen kann man ableitenvon der hypothetischen Tricyanwasserstoffsäure:

H-C=N-C-H

l II

N=C-N

I

H

Ersetzt man in zwei Molekülen Tricyanwasserstoffsäure zweiWasserstoffatome durch ein Ferroatom, so entsteht der vier-wertige Ferrocy an Wasserstoff, substituiert man aber für dreiWasserstoffatome ein Ferriatom, so erhält man den dreiwertigenFerricyanwasserstoff:

ie XCN) 3 =H 2Ferrocy an Wasserstoff

Ferricyanwasserstoff.

Die Ferro- undFerricyanide sind komplexe Salze (I. Anorg.T.,S. 394). Sie sind nicht giftig. Die Salze der Alkali- und Erdalkali-metalle sind löslich, die übrigen sind unlöslich. Durch konzentrierteSchwefelsäure werden sie unter Entwicklung von Kohlenoxydvöllig zersetzt. Die Ferroverbindungen werden durch Oxydations-mittel in Ferriverbindungen übergeführt. Salpetersäure undsalpetrige Säure erzeugen aus Ferro- und Ferriverbindungenzunächst Nitroprussidverbindungen, bei längerer Einwirkung trittZersetzung ein.

Ferrocyankalium, Fe(CN) 6 K 4 -f 3H 2 0.

Ferrocyankalium, gelbes Blutlaugensalz, dessen BildungDippel (1710) zuerst beobachtete, wurde früher ausschliesslichdurch Schmelzen von stickstoffhaltigen tierischen Abfällen, vv,eHörn, Hufen, Klauen, Haaren, Wollabfällcn mit Pottasche undEisen oder Spateisenstein gewonnen. Dabei muss der Zutn^sauerstoffhaltiger Flammengase zur Schmelze vermieden werden.