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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Quecksilbercyanid.

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Behufs Bestimmung- des Gehaltes titriert man 10 cc einer Lösungvon 1 gr zu 100 cc nach dem Verdünnen mit 90 cc Wasser mit Vio Norm.Silberlösung. Es sollen mindestens 7,5 cc derselben bis zur bleibendenweisslichen Trübung erforderlich sein (vergl. S. 301), was einem Gehaltvon mindestens 97,8% entspricht.

Kali hydroeyanicum der Homöopathen ist das reine, aus Alkoholgefällte Cyankalium.

Cyanzink, Zn(CN) 2 , Zincum eyanatum, Zincum hydroeyanicum,

ist ein weisses, amorphes, fast geruch- und geschmackloses Pulver,welches in Wasser und Weingeist unlöslich ist. Es löst sich in Aetz-ammoniakflüssigkeit, sowie unter Entwicklung von Blausäure in Salz-säure auf (Unterschied von Ferrocyanzink). Zur Darstellung desCyanzinks giesst man in eine Lösung von 5 T. Cyankalium in 50 T.Wasser eine Lösung von 10 T. Zinksulfat in 100 T. Wasser unter Um-rühren, säuert, um etwa entstandenes basisches Zinkcarbonat zu lösen,mit Essigsäure an, wäscht den nach dem Absetzen gesammelten Nieder-schlag, bis das Waschwasser sulfatfrei ist, und trocknet ihn bei massigerWärme.

Quecksilbercyanid, Hg(CN) 2 .

Molekulargewicht = 252,38.

Quecksilbercyanid kann man erhalten, indem man wässrigeBlausäurelösung mit etwa 80% der nach der Gleichung

2HCN + HgO = H 2 0 + Hg(CN) 2berechneten Menge gelben Quecksilberoxyds versetzt und dieerhaltene Lösung zur Krystallisation bringt. Um das Salz umzu-krystallisieren, löst man es in der vierfachen Menge heissenWassers, versetzt mit etwas Blausäure und lässt erkalten.

Man kann Quecksilbercyanid auch aus Berlinerblau erhalten,indem man 4 T. desselben mit 3 T. gelbem Quecksilberoxydinnig verreibt und mit 20 T. Wasser bis zum Verschwinden derBlaufärbung kocht.

9 HgO = 3FeO +

[Ee(CN) 6 ],Fe 4Berlinerblau

2Fe 2 0 3 + 9Hg(CN) 2

Quecksilbercyanid.

Hydrargyrum eyanatum, Mercurius cyanatus, bildet farblose,durchscheinende quadratische Säulen, die sich in 12,8 T. kaltem, in3 T. siedendem Wasser und in 12 T. Weingeist, in Aether aber schwerlösen. Beim schwachen Erhitzen von 1 T. Quecksilbercyanid mit 1 T.Jod im Probierrohre entsteht zuerst ein gelbes, später rot werdendesSublimat von Quecksilberjodid und darüber ein weisses, aus nadei-förmigen Krystallen bestehendes Sublimat von Jodcyan:

'»rtheil, Organische Chemie. 20