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Fettanalvse.
Hinsichtlich der Untersuchung und Beurteilung der Fetteals Nahrungsmittel muss auf die „Vereinbarungen zur einheit-lichen Untersuchung und Beurteilung von Nahrungs- und Genuss-mitteln sowie Gebrauchsgegenständen für das Deutsche Reich,Berlin 1897—1902" verwiesen werden. Hier kann nur insoweitdarauf eingegangen werden, als es sich um die Feststellung derarzneilichen Brauchbarkeit derselben handelt.
Zur Charakteristik eines Fettes dient in erster Linie dieBestimmung der Köttstorferschen Verseifungszahl, der Jodzahl,der Reichert-Meissischen Zahl und der Hehnerschen Zahl.
Die Köttetorferache Verseifungszahl gibt an, wieviel Milli-gramm KOH zur Sättigung der Gesamtmenge der in 1 gr Fettenthaltenen Fettsäuren nötig ist. Sie ist also die Summe vonSäure- und Esterzahl (S. 244) und wird auch analog bestimmt.Die Jodzahl gibt an, wieviel Prozente Jod das Fett zuaddieren vermag, wenn man es in Chloroformlösung der Ein-wirkung von Hübischer Jodlösung aussetzt. (Die Ausführungdieser Bestimmung siehe S. 254.)
Die Reichert- Meisshche Zahl ist die Zahl der cc 1 / 10 Norm.Kalilauge, welche zur Titration von 110 cc eines unter bestimmtenBedingungen aus 5 gr Fett erhaltenen Destillates verbrauchtwerden. Man führt die Bestimmung am besten, nach dem Ver-fahren von Leffmann und Heam, folgendermassen aus:
5 gr filtriertes, wasserfreie« Fett werden in einem ErlenmeyerschenKolben von circa 300 cc Inhalt mit 2 cc Natronlauge von 50% und 20 grGlycerin 15—20 Minuten lang, unter fortwährendem Umschwenken, auf demDrahtnetze mit kleiner Flamme erhitzt, bis das anfänglich auftretendeSchäumen vollständig aufgehört hat und die Mischung klar geworden istund ölig fliesst. Ein zu starkes Erhitzen ist zu vermeiden. Nach beendeterVerseifung fügt man der hoissen Mischung 90 cc Wasser (anfangs tropfen'weise) und hierauf 50 cc verdünnter Schwefelsäure (25 cc reiner Schwefel-säure: 1000 ccj sowie einige Bimssteinstückchen zu, um alsdann von dieserMischung 110 cc abzudestillieren und 100 cc dieses Destillates, nach vorher-gegangener Filtration, unter Anwendung von Phenolphtalei'n mit l /l0 Norm-Kalilauge zu titrieren. Die hierbei verbrauchte Anzahl cc 1 / 10 Norm. Kalilauge,um ein Zehntel des Betrages vermehrt, ist die Reichert-Meissische Zahl.
Die Hehncrsche Zahl gibt an, wieviel Prozente wasserunlöslicher Fett-säuren das Fett enthält. Zu ihrer Bestimmung werden 3—4 gr des wasser-freien, filtrierten Fettes genau abgewogen und in einem Becherglase vonetwa 250 cc Inhalt mit 50 cc Alkohol und 2 gr zerkleinerten geschmolzenenAetzkalis zusammengebracht. Dieses Gemisch werde hierauf unter zeitweilige 1 "Umrühren im Wasserbade so lange erwärmt, bis eine vollständige Verseilungdes Fettes eingetreten ist, was sich nach etwa 5 —10 Minuten daran erkennenlässt, dass die Flüssigkeit durch Zusatz einiger Tropfen Wasser nicht mehrgetrübt wird. Die klare Seifenlösung ist sodann zur Entfernung dos Alkoholsauf dem Wasserbade bis zur Syrupkonsistenz einzudampfen, der Rückstauin 100—150 cc Wasser zu lösen, mit Salzsäure oder Schwefelsäure bis zwstark sauren Reaktion zu versetzen und die Flüssigkeit alsdann so lange *erwärmen, bis die Fettsäuren sich als klares Oel abgeschieden haben un