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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Formamid, Acetamid.

Beim Erwärmen mit Phosphorpentachlorid verlieren sie

Wasser und liefern Alkylcyanide oder Nitrile:

CH 3 CONH 2 = H 2 0 + CH 3 CNAcetamid Acetonitril.

Brom und Alkalilauge erzeugt aus den primären Säure-

amiden Bromamide und weiterhin Amine:

CH 3 CONH 2 + Br 2 = HBr + CH 3 CONHBrAcetamid Acetobromamid.

+ KBr + CO s K 2 +

CH 8 CÜNHBr +Acetobromamid

H,0

3KOH = CH 3 NH 2

Methylamin.

Formamid, Methanamid, HCONH 2 , entsteht durch trockene De-stillation von Ammoniumformiat oder von Natriumformiat und Chlor-ammonium, sowie durch Einwirkung von Ammoniak auf Ameisen-säure äthylester. Es ist eine in Wasser und Alkohol leicht löslicheFlüssigkeit, welche bei 192195° unter teilweiser Zersetzung siedet.Beim raschen Erhitzen zerfällt es in Kohlenoxyd und Ammoniak, mitPhosphorpentoxyd liefert es Blausäure:

HCONH 2 = CO + NH 3HCONH 2 = H 2 0 + HCN.

Hydrargymm formamidatum solutnm ist eine wässrige Lösung*von Formamidquecksilber, (HCONH) 2 Hg, hergestellt durch Lösen vonfrisch gefälltem Quecksilberoxyd in Formamidlösung.

Acetamid, Aethanamid, CH 3 CONH 2 , bildet lange, in Wasser undAlkohol leicht lösliche farblose Nadeln, welche bei 82° schmelzen undbei 222° sieden. Man erhält es, indem man Ammoniumacetat 5 Stundenlang im Einschmelzrohr im Bombenofen auf 220230° erhitzt. Dasflüssige Reaktionsprodukt wird fraktioniert. Zuerst gehen wesentlichWasser und Essigsäure über, dann steigt das Thermometer rasch auf180°. Die zwischen 180 und 230° übergehende Fraktion wird in einemBecherglase aufgefangen, in Eiswasser unter Umrühren mit einemscharfkantigen Glasstabe abgekühlt und die ausgeschiedenen Krystalleauf einem Tonteller abgepresst. Sie werden nochmals destilliert unddann aus Aether umkrystallisiert.

Neuronal, Diäthylbromacetamid, (C 2 H 5 ) 2 CBr. CO NH 2 , ist einweisses, in 115 T. Wasser, leicht in Alkohol, Aether und Oel löslicheskrystallinisches Pulver, welches bitter und kühlend - scharf schmeckt.Es wirkt hypnotisch.

Valyl, Valeriansäurediäthylamid, CH 3 (CH 2 ) 8 CON(C 2 H 5 ) 2 , aus Va-leriansäureanhydrid und Diäthylamin erhalten, ist eine pfeffermünz-artig riechende, wasserhelle, neutrale Flüssigkeit, die bei 210° siedet.Sie löst sich in etwa 25 T. Wasser, leicht in Alkohol und Aether.

Durch Einwirkung der Säurechloride auf Hydrazinhydrat entstehendie Säurehydrazide, z.B. CH 3 CO.NH.NH 2 , welche durch salpetrige Säurein die Säureazido, die Abkömmlinge der Stickstoffwasserstoffsäure, übergehen.