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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Mannit.

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FUnfatomige Alkohole, CnH2 n -3(OH) 5 .

Der einzige bekannte naturell vorkommende fünfwertigeAlkohol ist der Adonit, die übrigen sind durch Reduktion derentsprechenden Aldopentosen mit Natriumamalgam erhalten.

Adonit, C B H 7 (OH) 5 , schmilzt bei 102°. Er findet sich inAdonis vernalis. Künstlich entsteht er durch Reduktion von Ribose.

1-Arabit, C 5 H 7 (OH) 5 , entsteht durch Reduktion der 1-Arabinose.

Xylit, C 5 H 7 (OH) 5 , wird durch Reduktion von Xylose erhalten.

Rhamnit, CH 3 . C 5 H 6 (OH) 5 , schmilzt bei 121° und entstehtdurch Reduktion von Rhamnose.

Sechsatomige Alkohole, Hexaoxyparafflne, Hexite, CnH2n-4(OH)6.

Die sechsatomigen Alkohole stehen insofern in der nächstenBeziehung zu den als Hexosen bezeichneten Zuckerarten, alsdiese die zugehörigen Keton- bezüglich Aldehydalkohole derselbensind. Sie nähern sich diesen Zuckern auch in ihren Eigen-schaften. Sie besitzen süssen Geschmack, reduzieren aber Fehling-sche Lösung nicht und werden auch nicht durch Hefe vergohren.d-Mannit, d-Sorbit und Dulcit kommen in der Natur vor undSln d, nebst einigen anderen Hexiten, durch Reduktion der ent-sprechenden Glucosen erhalten. Die Formel dieser Hexite,

V

CH 2 OH_(CHOH) 4 __CH 2 OH, läset mit ihren vier asymmetrischenKohlenstoft'atomen 10 Isomere voraussehen.

d-Mannit findet sich im Pflanzenreich sehr verbreitet, z. B.111 den Wurzeln bez. Knollen von Aconitum Napellus, Apium9 r aveolens, Dauern Carota, Triticum repens, Polypodium vulgare,jn der Wurzelrinde von Punica granatum, in den Kaffeebohnen,besonders aber in dem Safte der Mannaesche. Die Manna canel-l <*ta enthält 4060 °/ 0 Mannit. Behufs Darstellung des MannitsKocht man die Manna mit Alkohol aus, filtriert siedend heissu nd krystallisiert die beim Erkalten ausgeschiedenen KrystalleUnter Anwendung von Tierkohle aus Alkohol um. Mannitkrystallisiert aus Alkohol in feinen, weissen, seideglänzendenNa( leln, aus Wasser in grossen Prismen. Er schmilzt bei 166°,schmeckt stark süss und seine Lösung ist optisch inaktiv oderschwach linksdrehend, wird aber auf Zusatz von Borax starkechtsdrehend. Er entsteht bei der schleimigen Gährung desRohrzuckers und wird künstlich erhalten durch Reduktion vona 'Mannose sowie von Fruchtzucker oder d-Fruktosc mit Natrium-an ia]gam.

1G 1-Maniiit entsteht aus 1-Maimose und Natriumamalgam, schmilzt bei1"4° und dreht in boraxhaltiger Lösung links.