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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Eigenschaften des Alkohols.

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Atniosphärendruck siedet und das spez. Gewicht 0,789 bei 20°aufweist. Wasserhaltiger Alkohol riecht angenehm geistig. Kühltman Alkohol mit flüssiger Luft ab, so wird er erst dickflüssigund erstarrt dann zu einer firnisartigen Masse, die bei112°schmilzt. Er brennt mit bläulicher, wenig leuchtender Flamme.Alkohol zieht aus der Luft energisch Feuchtigkeit an. BeimMischen mit Wasser tritt Volumkontraktion ein; das Maximumderselben liegt nahe bei dem Verhältnis von 1 Mol. Alkohol und3 Mol. Wasser, wenn man nämlich 53,94 Vol. Alkohol mit 49,83Vol. Wasser mischt, so entstehen 100 Vol. verdünnter Alkohol.

Alkohol mischt sich mit Wasser, Aether, Chloroform, Gly-zerin und vielen ätherischen Oelen in jedem Verhältnis. Er löstv icle Salze, die Aetzalkalien, Kohlenwasserstoffe, Campher, Harze,die Alkalo'ide, Farbstoffe und viele andere Stoffe. Die meistenGase lösen sich in Alkohol leichter, als in Wasser; beispiels-weise lösen 100 Vol. Alkohol 7 Vol. Wasserstoff, 25 Vol. Sauerstoff,] -6 Vol. Stickstoff, 27 Vol. Stickoxyd, 320 Vol. Kohlendioxyd.

-Ali! Chlorcalcium und vielen anderen Stoffen kann derAlkohol zusammenkrystallisieren und füngiert dann als Krystall-alkohol. Wegen der Bildung von CaCl 2 + 4C 2 H 5 .OH kann Alkoholnicht mittels Chlorcalcium entwässert werden.

Den Nachweis von Wasser im Alkohol kann man mitWasserfreiem Kupfersulfat führen, welches von dem Wasser ge-bläut wird. Wasserfreier Alkohol löst sieh in wenig Benzol klara Uf, bei mehr als 3°/ 0 Wasser tritt Trübung ein. Calciumcarbidentwickelt mit wasserhaltigem Alkohol Acetylen, wasserfreiergreift es in der Kälte nicht an.

Den Nachweis von Alkohol führt man in dem Destillat.Rieses gibt mit Chromsäure und Schwefelsäure Grünfärbung,Widern der Alkohol zu Aldehyd oxydiert, die Chromsäure zuChromisulfat reduziert wird. Alkohol liefert ferner die Jodoform-feaktion. Eine Probe des Destillates wird mit Kalilauge alkalischgemacht, auf 5000° erwärmt und mit Jodjodkaliumlösung bisz ur bleibenden Gelbfärbung versetzt. Nach 12 Stunden prüftJäan den Bodensatz unter dem Mikroskop. Aldehyd, Aether,Essigäther, Aceton geben die gleiche Reaktion. Endlich lässts icb der Alkohol mit Hülfe der Baumann-Schottenschon EeaktionJ h Aethylbenzoat überführen.

Der Gehalt wässeriger Alkohollösungen an Alkohol wurdefrüher entweder in Gewichtsprozenten als Grade nach Richter,oder i u Volumprozenten als Grade nach Tralles angegeben, die"öan mittels besonderer Alkoholometer ermittelte. Jetzt wird inDeutsehland im Handelsverkehr die Stärke des Branntweines aus4en i spez. Gewicht bei 15° bestimmt und mit Hülfe amtlicher