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Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
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Jodoform.

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Vom Destillat trennt man das Bromoform im Scheidetrichterab, wäscht es mit Wasser, schüttelt es dann mit konz. Schwefel-säure, wäscht es mit 10°/ 0 iger Sodalösung, trocknet mit Chlor-calcium und unterwirft es nach Zusatz von etwas Mandelöl derRektifikation aus dem Sandbad.

Zur Konservierung wird es mit l°/ 0 Alkohol versetzt.

Bromoform, Bromoform ium, das alkoholhaltige ol'iizinelle Prä-parat, bildet eine farblose, chloroformartig riechende Flüssigkeit vonBtisslichem Geschmack, welche sehr wenig in Wasser, leicht in Aetherund Weingeist löslich ist. Bromoform erstarrt beim Abkühlen mit Eiskrystallinisch und ist bei +7° wieder völlig geschmolzen. Es siedetzwischen 148 und 150° und besitzt das spez. Gewicht 2,8292,833.

Es ist wie das Chloroform zu prüfen.

Trijodmethan, Jodoform, CHJ 8 .

Molekulargewicht = 393,56.

Geschichtliches. Jodoform wurde 1822 von Serullas entdeckt undals Jodkohlenstoff beschrieben. Seine Zusammensetzung ermittelte Dumas*o34. Vorschriften zur Darstellung des Jodoforms zu arzneilicher Anwendunggaben 1837 FÜhol und Jiouchardat. Als Wundantisepticum führte es 1880von Mosetig ein. Die bacterieide Wirkung- ist in erster Linie auf die Zer-?j>tzungsprodukte zurückzuführen, welche durch fermentative Wirkung der" andsekrete unter Mitwirkung der Körperwärme entstehen.

Jodoform entsteht bei der Einwirkung von Jod und Kali-lauge auf Alkohol, Aldehyd, Aceton und andere Stoffe, welchedie Gruppe OH 3 .C enthalten, daher nicht aus Methylalkohol.*iu dem Chloral entsprechendes Zwischenprodukt hat man nichtisolieren können.

Darstellung. 1) 100 gr Jod werden allmählich in 320 gr^wärmte Natronlauge von 10°/ 0 eingetragen, der erkalteten,^rblosen Flüssigkeit 20 gr Aceton und alsdann nach und nach100 gr gepulverten Jods zugefügt. Hierauf wird vorsichtigNatronlauge zugesetzt, bis das Jod verschwunden ist und nachdem Erkalten das gebildete Jodoform abfiltriert. Das FiltratWe i'de sodann noch mit 20 gr Aceton versetzt, alsdanr. mitSalzsäure sauer und hierauf wieder mit Natronlauge alkalischgemacht. Letztere beiden Operationen sind so oft zu wiederholen,al s durch Salzsäure noch Jodausscheidung erfolgt. Ist dieser Punkt'''"'"ficht, so kann durch vorsichtiges Einleiten von Chlor, oderdurch Zusatz von Natriumhypochlorit- oder Chlorkalklösung undVormaligen Zusatz von etwas Natronlauge eine weitere Jodoform-a U88cheidung aus dem letzten Filtrate bewirkt werden. Die ge-samten Jodoformausscheidungen (circa 180 gr) sind nach demAuswaschen aus Alkohol umzukrvstallisieren.