Druckschrift 
Kurzgefasstes Lehrbuch der Chemie : für Mediziner und Pharmazeuten ; organischer Teil
Entstehung
Seite
47
URN (Seite)
  
Einzelbild herunterladen
 

Halosenderivnte der Ethane.

47

Drittens entstehen sie durch Addition von Halogenwasser-stoff an Olefine. Dabei tritt das Halogen stets an das Kohlen-stoffatom, welches den wenigsten Wasserstoff gebunden enthält:CH 8 _CH=CH 2 + HJ = CH 3 _CHJ_CH 3Propylen Jodwasserstoff Isopropyljodid.

Dihalogen8ubstitutionsprodukte der Ethane, die Halogen wasser-stoffsäureester der zweiwertigen Alkohole oder Glykole, erhältßian durch Addition von Halogen an die Olefine:

CH 2= CH 2 + 2Br = CH,Br_CH Ä Br

Aethylen Brom Aethylenbromid.

Ferner entstehen sie aus den Monohalogenderivaten durchweiter fortschreitende Substitution:CH a CI + 2C1

= HCl

h CH 2 C! 2Methylchlorid Methylenchlorid.

Drittens entstehen sie durch Einwirkung der Aldehyde undKetone auf die Pentahalogenvcrbindungen des Phosphors:

CHg.CHO -f PCI B = POCl 8 + <'I1.;.CHC1 2Acetaldehyd Phosphorpenta- Phosphor- Aethylidenclilorid.chlorid oxychlorid

CH 3 _CO_CH 3 + PCI,-, = P0C1 8 + CH 8 _CC1^-Cfl a

Aceton Dirhlorpropan, Chloracotol.

lieber die Stellungsisoraerie bei dihalogensubstituierten Etlianen vgl. S.56.Die Tri- und Polysubstitutionspvodukte der Ethane erhallttan durch Substitution:

CHjCJj + 2C1 = HCl +Metbyleuchlorid

Meist stellt man sie nachMethoden dar.

Die Halogensubstitutionsprodukte der Ethane sind in Wasser

**M unlöslich, leicht löslich in Alkohol, Aether, Eisessig u. s. w. Nur

'''hylchlorid, Methylbromid und Aethylchlorid sind gasförmig,

uie übrigen flüssig oder bei hohem Kohlenstoff- oder EJalogengehalt

s ° St C icH 33 J ist fest, ebenso CBr 4 , CHJ 3 , CJ., und CH 2 J.CH 2 J.

Pez. Gewicht und Siedepunkt steigen von der Chlor- zur Brom-

^ U( i Jodverbindung. Ebenso wächst in dieser Reihenfolge die

Reaktionsfähigkeit mit Silbernitrat und anderen Agentien. Die

°dvcrbindungen scheiden bei der Aufbewahrung Jod ab und

le hmen dadurch eine bräunliche Farbe an. Naszierender Wasser-

st °ff bewirkt Rückwärtsmbstitution :

CHCI 8Chloroform.

komplizierteren Spezial-

s

CC1 4 +Tetraehlormethan

2H =

HCl

+

CHC1 3Chloroform.

,, Die halogenärmeren Derivate brennen mit grün gesäumterMa fflme, bei steigendem Halogengehalt sinkt die Brennbarkeit.