Bestimmung' des Siedepunktes.
21
schmelzende Fett durch den Druck des Wassers im Kapillar-röhrchen in die Höhe gedrückt wird und notiert die Temperatur,bei der dies erfolgt.
Die genaueste Methode der Schmelzpunktsbestimmung istdie mit Hülfe der latenten Schmelzwärme. Man wendet sie zweck-mässig zur Kontrolle der Thermometer an.
Die Bestimmung des Siedepunktes findet in kleinen Frak-tionskölbchen mit hoch angesetztem Kühlrohr statt. Den Apparatveranschaulicht Fig. 10. Bei unter 100° siedenden Stoffen wendetman statt des Luftkühlers einen Liebigschen Kühler an. DieKugel des Thermometers darf die Glaswand des Kolbens nichtberühren und nicht in die Flüssigkeit tauchen, sondern nur inden Dampf, der den ganzen Quecksilberfaden umspülen soll,andernfalls muss für den herausragenden Quecksilberfaden eineKorrektur angebracht werden. Dies trifft namentlich für hoch-siedende Stoffe zu. Das Konstantbleiben des Siedepunktes ist imallgemeinen ein Kriterium für die Reinheit des Präparates, indessengibt es auch Flüssigkeitsgemische, welche beim destillieren beikonstanter Temperatur übergehen. Verunreinigungen erhöhenimmer den Siedepunkt einer Lösung, weil dieselbe einen nie-drigeren Dampfdruck hat, als das reine Lösungsmittel. DieTemperatur des Dampfes dagegen wird durch kleine Verunreini-gungen meist nicht erheblich beeinflusst, sie kann auch niedrigerliegen, als die des reinen Lösungsmittels.
Stehen mir sein- kleine Substanzmengen für die Siedepunktsbestimmungzur Verfügung, so kann man sich dos Apparates von Siwoloboff bedienen.Ein gewöhnliches Glasrohr von etwa 4 mm lichter Weite, welches untenetwas verjüngt und zugeschmolzen ist, beschickt man mit 1—2 Tropfen deszu prüfenden Stoffes, führt ein etwa 1 nun weites Kapillarrohr, welches etwa*> mm vom unteren Ende eine luftdicht schliessende Einschnürung' besitzt, als«"cdefaden ein und befestigt das Ganze wie ein SchmelzpunktsrOhrchen amThermometer. Die Ausführung dos Versuchs gestaltet sich auch ganz wieeine Schmelzpunktsbestimmung und zwar wird als Siedepunkt die Temperaturangenommen, bei welcher ein ununterbrochenes Aufsteigen von Dampfbläschenv om unteren Ende des Kapillarriihrchens aus stattfindet.
Bei genauen Sic depunktsbestimmungen muss der Barometer-stand berücksichtigt werden. Für 1 mm Quecksilbersäule ändertsich der Siedepunkt des Wassers etwa um 0,037°, der desSchwefelkohlenstoffs um 0,04°, der des Alkohols um 0,033°.Bei den Siedepunksbestimmungen für pharmazeutische Zweckebraucht daher eine Korrektur für den Barometerstand nicht an-gebracht zu werden. Dagegen darf die Korrektur für den beraus-ragenden Quecksilberfaden namentlich bei hohen Temperaturennicht vernachlässigt werden. Man berechnet dieselbe nach der■Köjppechen Formel:
C = 0,000156 a(t-to),