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Osmotischer Druck.
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nachdem sie mit einem durchbohrten Stopfen geschlossen wurde,durch dessen Bohrung eine Glasröhre geführt ist, vollständigunter Wasser, so steigt das Wasser in der Glasröhre in dieHöhe. Der Druck, den diese Flüssigkeitssäule ausübt, heisst derosmotische Druck. Nach den Untersuchungen von van't Hoff ge-horcht der osmotische Druck ebenso den Gesetzen von Boyleund Gay-Lussac, wie der Gasdruck. Der osmotische Druck istin (verdünnten) Lösungen bei gleichbleibender Temperatur pro-portional den absoluten Temperaturen. Noch bevor van't Hoffdiese Gesetzmässigkeit auffand, hat Pfeffer durch Messungen anverdünnten Zuckerlösungen die experimentelle Bestätigung dafürgeliefert, ebenso für die gleichfalls von van't Hoff gefundeneTatsache, dass die numerischen Werte für Gasdruck und os-motischen Druck gleich sind, d. h. wenn sich in einem gegebenenVolumen eine bestimmte Menge eines Stoffes in Gasform befindet,so ist der Gasdruck, den derselbe ausübt, ebenso gross, wie derosmotische Druck, den dieselbe Substanzmenge ausüben würde,wenn sie in demselben Volumen eines Lösungsmittels gelöstwürde. Aus diesen Betrachtungen folgt, dass auch das Avogadro-sche Gesetz für verdünnte Lösungen gelten muss. Denn wenneine gleiche Anzahl Moleküle verschiedener Stoffe bei derselbenTemperatur in dem gleichen Volum desselben Lösungsmittelsgelöst sind, so müssen diese verschiedenen Stoffe, da Gasdruckund osmotischer Druck gleich sind, einen gleich grossen os-motischen Druck ausüben; umgekehrt wird in zwei gleich grossenVolumen Lösung zweier Stoffe bei Gleichheit von Temperaturund osmotischem Druck eine gleiche Anzahl Moleküle der beidenStoffe vorhanden sein.
Konnte man auf Grund des Avogadroschcn. Gesetzes dasMolekulargewicht eines vergasten Stoffes ableiten aus der Be-stimmung der Temperatur, des Druckes, des Gewichtes und desVolumens, so gestattet nunmehr die Erweiterung des Avogadro-schen Gesetzes auf die Lösungen, das Molekulargewicht einesStoffes zu berechnen aus der Temperatur, dem Volumen derLösung, der gelösten Substanzmenge und dem osmotischen Druck.
Der osmotische Druck ist praktisch schwierig zu bestimmen.Für die Berechnung des Molekulargewichtes aus demselbenbraucht man aber den absoluten Wert desselben gar nicht zukennen, da das Avogadrosche Gesetz lediglich die Gleichheit vonVolumen, Temperatur und Druck fordert. Nun sind die Gefrier-Punktserniedrigung und die Siedepunktserhöhung, die ein Lösungs-mittel erfährt", wenn man einen Stoff darin löst, proportionalde m osmotischen Druck und bieten der Messung keine Schwierig-keiten. Sie eignen sich also dazu, um festzustellen, ob die