Atomistische Verhältnisformel.
Der Prozentgehalt des Pyridins an Stickstoff ist demnach0,1882 : 0,0333 = 100 : x
x = 17,60/b N.
Die Bestimmung der Halogene kann mit denselben Methodenausgeführt werden, wie ihr qualitativer Nachweis. Liebig empfahl,die Substanz mit gebranntem Marmor zu erhitzen. Dabei ent-steht Halogencalcium, das in der salpetersauren Lösung desGlührückstandes wie üblich bestimmt wird. Nach Carius erhitztman die Substanz mit konzentrierter Salpetersäure und etwasSilbernitrat in einer zugeschmolzenen Glasröhre auf hohe Tem-peraturen. Dies geschieht gefahrlos in dem sogenannten Schiess-ofen (Fig. 3). Die Einschmelzröhren liegen in demselben indickwandigen, schmiedeeisernen Röhren mit aufgeschraubtenVerschlusskappen.
Schwefel und Phosphor können ebenfalls nach dem Verfahrenvon Carius bestimmt werden, indem man die Verbindung imEinschmelzrohr mit konzentrierter Salpetersäure erhitzt. In nichtflüchtigen Stoffen kann die Oxydation von Schwefel und Phos-phor auch durch Schmelzen mit Salpeter bewerkstelligt werden.
Den Sauerstoff findet man aus der Differenz. Die quali-tative Untersuchung der Benzoesäure beispielsweise ergibt, dassdieselbe ausser Kohlenstoff und Wasserstoff nur noch Sauerstoffenthalten kann, da alle andern Elemente abwesend sind. Dasssie in der Tat sauerstoffhaltig ist, lehrt die quantitative Analyse,bei der 68,8% C und
4,9 % H gefunden werden, so dass bleiben26,3 % für den Sauerstoff.100,0%.
Wie man sieht, wird die für den Sauerstoff ermittelteProzentzahl von den Versuchsfehlern aller anderen Bestimmungenbeeinflusst.
Berechnung der atomistischen Verhältnisforniel. Aus den bei
der quantitativen Analyse einer Verbindung gefundenen Prozent- ~zahlen kann man eine Formel, die atomistische Verhältnis formet,ableiten, welche angibt, in welchem Verhältnis die Zahl derverschiedenen Elementatome zu einander steht, die den Stoffzusammensetzen. Dividiert man nämlich die Prozentzahlen durchdie Atomgewichte der zugehörigen Elemente, so geben die er-haltenen Quotienten das atomistische Verhältnis an.
Für das Pyridin z. B. haben wir folgende Zusammen-
75,9% C,6,3% H,
17,6% N.
99,8%,
Setzung ermittelt: