UNTERSUCHUNGEN ÜBER DAS EIBR1NEERMENT.
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largefässe zu denken, deren Bedeutung als lebende, active Zellen inder letzten Zeit durch Heidenhain's Untersuchungen, soviel mehrwie früher in den Vordergrund gekommen ist. Wie es scheint,weisen auch die Untersuchungen Lister's darauf hin, der noch vorkurzer Zeit die Aufmerksamkeit darauf lenkte, dass in den kleinenGefässen das Blut nicht nur lange Zeit nach dem Tode flüssig
bleibt, sondern selbst dieren kann J ).
Fähigkeit
zu gerinnen
ganz
verlie-
Auf Grund des Mitgetheilten glaube ich meine Auffassung desGerinnuno'sprocesses folgenderweise zusammenfassen zu können:
Im normalen, kreisenden Blut kommt in Lösung vor das Fibri-nogen, eine Globulinsubstanz, welche bei etwa 56° C. gerinnt, der-selben Temperatur bei welcher auch klares Plasma sich trübt, wiefrüher von Hkwson und später von Fredericq, für Plasma nach-gewiesen ist, aus welchem sich, in der langsam absterbenden Venajugularis des Pferdes, die Körperchen abgesetzt hatten, und wie mirauch aus der Untersuchung von in verschiedener Art vor Gerinnunggeschütztem Blut hervorgegangen ist.
Aus dem Fibrinogen entsteht ein kalkhaltiger Eiweissstoff, dasFibrin, welcher sich, bei neutraler oder schwach alkalischer Reactionder Flüssigkeit, im der Form einer Gallerte ausscheidet, sobald eineNucleoalbumm-Kalkverbindung, welche an das Fibrinogen Kalk ab-giebt, in der Lösung vorhanden ist. Es ist, wie Hammarsten näherausgeführt hat, nicht sicher ob dabei das Fibrinogen in ein unlöslichesund ein lösliches Spaltungsproduct zerlegt wird, oder aber ob estheilweise, mit Kalk verbunden, als Fibrin sich ausscheidet, undzu einem anderen, kleineren Theil gelöst bleibt.
Unter gewöhnlichen Verhältnissen entsteht die Nucleoalbumin-Kalk-verbindung, das Fibrinferment, welche die Gerinnung des Blutesveranlasst, in Folge des Absterbens der im Blut schwebenden Kör-perchen, welche dem Plasma Nuclooalbumin abgeben, das sich jetztmit dem im Plasma sich vorfindenden Kalk (vielleicht richtigerCalcium) verbinden kann.
Nucleoalbumine anderer Herkunft, von den Zellen der GlandulaThymus, von den Zellen des Hoden, von den Zellen der Milchdrüse
(Casein) sindund dann als
aber auch im Stande, sich mit Kalk zu verbindenFibrinferment zu fungiren.
') Tte Laneet, May 16, 1891, p 1031.