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Anorganische Chemie
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Ammoniumsalze.

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Ammoniumsalze.

Die einwerthige Gruppe (NHJ,Ammonium", in ihren Functionenden Alkalimetallen, besonders dem Kalium vollkommen ähnlich, findetsich mit den Halogenen oder mit entsprechenden Säureresten zu denAmmonium salzen vereinigt. Diese Salze entstehen durch directe An-lagerung des Ammoniaks (s. d.) an die Halogenwasserstoffe oder Sauer-stoffsäuren, sowie auch durch zahlreiche andere Processe (aus Cyanver-bindungen, Nitraten etc.) und sind daher in der Atmosphäre, im ßegen-,Fluss- und Meerwasser, in der Ackererde und anderwärts anzutreffen.Weitaus die grösste Menge derselben wird jetzt dargestellt, indem mandas Ammoniak nach Zusatz von Kalkmilch aus dem Ammoniakwasserabdestillirt, welches bei der Leuchtgasfabrication aus Steinkohle nebenden anderen Producten erhalten wird; das Uebergegangene wird mit derSäure, deren Ammoniaksalz man gewinnen will, neutralisirt und dieLösung eingeengt. Die Ammoniaksalze sind meistens in Wasser mitneutraler Reaction löslich und sämmtlich beim Erhitzen wenigstens theil-weise flüchtig; manche verlieren schon beim Kochen der wässrigenLösung Ammoniak. Mit den Kaliumsalzen zeigen die Ammoniumver-bindungen die grösste Aehnlichkeit, die sich oft schon durch die isomorpheKrystallform zu erkennen gibt; schwer löslich sind, den Kaliumverbin-dungen ganz analog, namentlich Ammoniumplatinchlorid PtCl c (NH 4 ) 2 undsaures weinsaures Ammoniak C 4 H 5 0 B (NH 4 ). Dem Kalium- und Natrium-amalgam lässt sich das Ammoniumamalgam zur Seite stellen, das mandurch Einwirkung von wässriger Salmiaklösung auf lprocentiges Natrium-amalgam leicht erhält, das aber schon bei tiefer Temperatur unter ausser-ordentlicher Volumvergrösserung in Quecksilber, Ammoniak und Wasser-stoff zerfallt.

Die wässrige Lösung des Ammoniaks enthält dieses nicht als Am-moniumoxydhydrat, NH 4 .OH, welches man überhaupt nicht kennt; wohlaber existiren beständige Verbindungen, in denen die Wasserstoflatomedes Ammoniums durch ,,Kohlenwasserstoffreste" ersetzt sind, z. B.N(CH 3 ) 4 . OH, Tetramethyl-Ammoniumoxydhydrat. Ganz vorwiegend istdie Benutzung des Ammoniaks als Ammoniumsulfat zu landwirthschaft-lichen Zwecken, als Stickstoffquelle für die Pflanzen, ausserdem brauchtman die Ammoniaksalze auch noch zu mannigfachen anderen Zwecken.

Die Ammoniumverbindungen werden durch die fixen Alkalienzerlegt. Das in Freiheit gesetzte Ammoniak lässt sich bei der Ver-flüchtigimg sehr leieht an seinen Eigenschaften erkennen; hierbei istindessen auf die Möglichkeit einer Verwechslung mit substituirten Am-moniaken (Methylamin, NH 2 (CH 3 ) u. s. w.) zu achten.

Fluorammonium, Ammoniumfluorid, NH 4 F1. Wird durchZusammenbringen der Componenten oder durch Sublimation aus einemGemenge von Salmiak und Fluornatrium:

NH 4 C1 + FINa = NH 4 F1 -f CINa

dargestellt. Es bildet leicht sublimirbare, zerfliessliche, hexagonale Pris-men. Das trockene Salz kann nicht in Glasgefässen aufbewahrt werden;es dient zum Aufschliessen von Silicaten. Beim Eindampfen der wäss*

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