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Anorganische Chemie
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1!arytsalze.

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Ketorten auf etwa 800° erhitzt und kohlensäurefreie, trockene Luft unter einemDrucke von 1 Atm. hindurchgepresst; hierbei geht der Baryt in Superoxyd über. Nachgenügend erfolgter Sauerstoft'aufnahme wird der Druck derart vermindert, dass eine Lut't-verdünnung, entsprechend einem Quecksilberdruck von 700 mm, entsteht. Dadurch wirdder aufgenommene Sauerstoff wieder abgegeben und in einen Gasometer gepumpt. EineOperation dauert etwa 10 Minuten und werden täglich deren 140 gemacht. Die Auf-nahmsfähigkoit des Baryts für Sauerstoff dauert nach diesem Verfahren recht lange undnimmt anfänglich sogar noch zu. Der gewonnene Sauerstoff enthält 90 - 9G Proc. undwird zur Versendung unter einem Druck von 120 Atmosphären in Stahlcylinder gepresst.

Halogenverbindungen des Baryums.

B ;i ry u m c h 1 o r i d, C h 1 o r b a r y u m, BaCl 2 . Wird am einfachstendurch Auflösen von Withcrit (Baryumcarbonat) oder Schwefelbaryum(durch Glühen von Schwerspath mit Kohle gewinnbar) in Salzsäure undEindampfen der Lösung krystallisirt erhalten; bildet dann farblose, luft-beständige, rhombische Tafeln BaCl 2 -(-22^0, die sich in ca. 2 Thln.Wasser von gewöhnlicher Temperatur, und in ca. T3 Thln. Wasser von100° auflösen; in Alkohol ist es fast unlöslich. Es verliert das Krystall-wasser bei 100° und schmilzt bei ca. 800° unzersetzt. Chlorbaryum istvon bitterem Geschmack und ein starkes Gift.

Baryumbromid und Baryumjodid lösen sich leicht in Was-ser und in Alkohol; Baryumfluorid ist ein krystallinisches Pulver,schwer in Wasser, leicht in Säuren löslich.

Salze des Baryums mit Oxysäuren.

Baryumnitrat, Ba(N0 8 ) g . Durch Auflösen von Baryumcarbonatoder Schwefelbaryum in verdünnter Salpetersäure, oder durch Doppel-zersetzung aus gelöstem Baryumchlorid und Natriumnitrat, wobei dasziemlich schwer lösliche Baryumnitrat in Formen des regulären Systemsauskrystallisirt. Bei gewöhnlicher Temperatur löst es sich in ca. 12 Thln.Wasser, bei 100° in 34 Thln. Es schmilzt bei Bothglut und zersetztsich dann in Baryumoxyd, Sauerstoff und Oxyde des Stickstoffs.

Baryumsulf.lt, Schwefelsaurer Baryt, S0 4 Ba. Findet sichim älteren Gebirge, oft Gänge bildend, als Schwerspath oder Baryt,spec. Gew. 4'48, in rhombischen Tafeln. Aus «dösten Baryumsalzenwird es, wenn man die erhitzten Lösungen mischt, durch Schwefelsäureoder schwefelsaure Salze als sehr feines weisses, krystallinisches, inWasser und verdünnten Säuren ganz unlösliches Pulver ausgefällt. Umkünstliches oder natürliches Baryumsulfat in lösliche und für analytischeoder präparative Zwecke verwendbare Form zu bringen, schmilzt manes mit Alkalicarbonat, wodurch man Baryumcarbonat erhält:

S0 4 Ba + CO s Naj = S0 4 Na 2 + C0 3 B.i.und entzieht der erkalteten Schmelze S0 4 Na 2 und C0 3 Na 3 (Ueber-schuss) mit Wasser; oder man glüht es mit reducirenden Körpern (Kohle,Theer etc.), wobei Schwefelbaryum, BaS, entsteht. Wegen seinerUnlöslichkeit und seiner scharf hervortretenden Eigenschaften ist dasBaryumsulfat das beste Hilfsmittel für Nachweis und quantitative Be-

Krafft, Anorganische Chemie, 3. Aufl. 30

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