Kalksalze.
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Zweifach saures Calciumphosphat, (P0 4 ) 2 CaH 4 -f- H 0 0,erhält man als massig (in 200 Th. H 2 0) lösliches Salz in glänzendenrhombischen Tafeln aus einem der beiden vorigen Salze durch Auflösenin Phosphorsäure oder einer anderen Säure und Eindampfen der Lösung.Der Rückstand wird mit Alkohol und Aether gewaschen und im Exsie-cator krystallisirt. Das Wasser entweicht bei 100°; bei 200° tritt Zer-fall des Salzes in Wasser, Pyrophosphat und Metaphosphorsäure ein(2 (P0 4 ) 2 CaH 4 = P 2 0 7 Ca 2 + 2P0 3 H + 3 H ä O). Das zweifachsaure Cal-ciumphosphat scheidet beim Kochen mit 40 Th. Wasser unlösliches,einfach saures Phosphat ab und Phosphorsäure bleibt gelöst (P0 4 ) 2 Call,+ 2ILO = P0 4 CaH.2H 2 0 -f P0 4 H 3 . Auch durch Natriumacetatwird aus seiner Lösung das einfach saure Salz gefällt. — Das zweifachsaure Salz, auch Monocalciumphosphat genannt, ist technisch von Be-deutung, da es zur Darstellung von Phosphor (s. d.) und künstlichemDünger dient; mit einer angemessenen Menge von Schwefelsäure erhältman aus den Knochen, den Phosphoriten etc. ein Gemenge von Mono-calciumphosphat und Gryps, das man im Handel als „Superphosphat"
DP701 (* rillof*"
(P0 4 ) 2 Ca 3 4- 2 S0 4 IL = (P0 4 ) 2 CaH 4 + 2 S0 4 Ca.
1 >as in demselben vorhandene leicht lösliche saure Phosphat wird vonder Pflanze weit besser aufgenommen, wie unlösliches neutrales Salz.
Calciumcarbonat, kohlensaurer Kalk, C0 3 Ca. Das Vorkommendieser wichtigen Substanz in der Natur wurde bereits, als das bedeu-tendste des Calciums überhaupt, besprochen. Kalkspath und Arra-gonit werden seit 1788 trotz ihrer procentisch vollkommen gleichenZusammensetzung wegen ihrer verschiedenen physikalischen Eigen-schaften und ihrer abweichenden Krystallform (s. o.) als hervorragendesBeispiel für Dimorphismus betrachtet. Das spec. Gew. des Kalkspathsist 2'723 und seine Härte wird = 3 gesetzt; der Arragonit hat das spec.Gew. 2.1)5 und bei demnach etwas stärkerer gegenseitiger Anziehungder Molecüle auch die grössere Härte 35. — Fällt man die Auflösungeines Calciumsalzes mit einem Alkalicarbonat, so entsteht ein Anfangsamorpher, bald krystallinisch werdender Niederschlag. Derjenige, denman in Kalkwasser mit C0 2 erhält, geht in der Kälte bald in sehrkleine Kalkspathkryställchen, in der Wärme in solche von Arragonit über.
Beim Glühen zerfällt das Calciumcarbonat bei 5—600° in Aetz-kalk (s. d.) und Kohlendioxyd: die Dissociation ist aber nur dann voll-ständig, wenn das letztere entweichen kann. Glüht man das Calcium-carbonat dagegen in einem geschlossenen Gefäss, so schreitet die Zer-setzung für jede Temperatur nur bis zu einem bestimmten Druck desentbundenen Kohlendioxyds fort: diese Grenze tritt ein bei 550° füreinen Druck von 27 mm, bei 812° für einen Druck von 760 mm. Beilangsamer Abkühlung absorbirt der freigewordene Aetzkalk das Kohlen-dioxyd wieder vollständig, bei rascher Abkühlung jedoch nicht, da dieVerbindungstemperatur von wasserfreiem CaO und C0 2 erst bei Roth-glut liegt, und letzteres nicht rasch genug in den ziemlich compactenKalk hineindiffundiren kann. — In reinem Wasser ist das Calcium-carbonat nicht vollständig unlöslich, bedarf indessen je nach der Tem-
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