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Kalksalze.
Wasser wird das Calciumsulfat von manchen Salzlösungen, sowie vonverdünnten Mineralsäuren aufgenommen. Im Luftstrom verliert derGyps schon bei 80° Wasser, sonst bei 110 bis 120°; man erhält so dengebrannten Gyps, welcher sich mit Wasser unter Erwärmung wiedervereinigt und dabei erhärtet. Wurde der Gyps bis 200° erhitzt, so ister todtgebrannt, verbindet sich mit Wasser nur langsam und ohnezu erhärten; bei 500° geht der Gyps dagegen in eine hydraulischeModification über, die sich mit Wasser freilich nur äusserst langsamverbindet, dann aber eine alabasterartig glänzende, sehr harte Masseliefert; die letztere geht bei 150° wieder in gewöhnlichen gebranntenGyps über. Auf diesen Erscheinungen beruht die Herstellung von Gyps-abgüssen, Gypsverbänden, die Benutzung des Gypses zum Kitten etc.Als Düngmittel beruht die Wirksamkeit des Gypses wohl hauptsächlichauf der Ueberführung von Ammoniumcarbonat in das schwer flüchtige
Ammoniumsulfat, welches dem Boden erhaltenFig. 144. bleibt. Künstlicher oder feingemahlener Gyps findet
Verwendung als Füllstoff billiger Papiersorten.
Calciumnitrat, Kalksalpeter (N0 3 ) 2 Ca.Zerfliessliches, auch in Alkohol leicht lösliches Salz.Krystallisirt in Prismen (NO g ).Ca -j- 4H,0. DasCalciumnitrat bildet oft den Mauersalpeter, weisseEftlorescenzen, die in Gegenwart sich zersetzenderThierstoffe an feuchten Mauern entstehen undfrüher zur Salpeterbereitung verwendet wurden.
Calciumphosphat, phosphorsaurer Kalk.(P0 4 ) 2 Ca 3 . Von grosser Bedeutung ist das mine-ralische Vorkommen dieses unlöslichen Salzesals Phosphorit; ferner findet es sich mit Fluorcalcium als Apatit:3(P0 4 ) 2 Ca 3 -4- Ca(Cl, Fl),, hexagonale flächenreiche Säulen oder Tafeln(Fig. 144), die sich auch künstlich auf trocknem Wege erzeugen lassen.Das normale Calciumorthophosphat (P0 4 ) g Ca 3 , bildet zu etwa 80 Proe.den anorganischen Hauptbestandteil der Knochen, mit Calciumcarbonatund etwas Fluorcalcium. Auf nassem Wege erhält man reines, inWasser nahezu unlösliches Calciumphosphat beim Fällen einer mitAmmoniak versetzten Chlorcalciumlösung durch Natriumphosphat, alsweissen, gelatinösen Niederschlag, der sich aus Essigsäure krystallisirenlässt. Calciumphosphat löst sich leicht in allen Säuren, sogar schon inkohlendioxydhaltigem Wasser (unter Bildung von (P0 4 ) 3 CarL, s. u.,und 2C0 3 Ca), wodurch die leichte Aufnahme in den Pflanzcnkörperund die Anhäufung in den Samen bedingt ist; auch durch Gegenwartmancher Salze wird das Calciumphosphat löslich. Das gefällte Calcium-phosphat wird durch Wasser beim Kochen, sehr langsam sogar schonin der Kälte zersetzt, indem ein unlösliches basisches und ein sichlösendes saures Phosphat entstehen.
Einfach saures Calciumphosphat, P0 4 CaH -4- 2 H 2 0, kri-stallinischer, in Wasser unlöslicher, in Essigsäure schwer löslicher Nie-derschlag, beim Vermischen einer mit Essigsäure angesäuerten Calcium-chloridlösung mit einer solchen von gewöhnlichem Phosphorsalz.
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